Dank Ivica Olic steht der FC Bayern München zum achten Mal im Finale der Champions League. Europas Pressestimmen staunen über die Leistungen des deutschen Rekordmeisters.
Ein Fußballtraum wird wahr: Kroatiens Haudegen Ivica Olic (30) hat den FC Bayern München zum achten Mal in der Vereinsgeschichte ins Finale der Champions League geschossen, und steht plötzlich europaweit im Zentrum des fußballerischen Interesses.
Auswärts bei Olympique Lyon legte der Sturm-Veteran sogar einen Hattrick hin, weswegen er den Ball dieses historischen Halbfinales mit nach Hause nehmen durfte. Historisch war allerdings weniger die Partie an sich, als das Ergebnis: Die Kicker von der Isar dominierten die Partie von der ersten bis zur letzten Minute, die Franzosen fanden so gut wie gar nicht ins Spiel.
Bereits in der zweiten Spielminute setzte Ivica Olic einen Paukenschlag, und legte Thomas Müller im Strafraum den möglichen Führungstreffer für den FC Bayern München vor die Füße. Als der verschoss nahm sich der Knipser dann der Sache selbst an, und versetzte jeweils mit rechts, links und dem Kopf die Bayern-Fans in der 26., 66. und 77. Minute in Ekstase.
Voll des Lobes ist daher auch der 'Corriere dello Sport' aus Rom: "Die kollektive Leistung der Bayern und die persönliche Meisterleistung eines Olic, der unwiderstehlich war, haben die Zuschauer verzaubert. Lyon musste bereits in den ersten Spielminuten einsehen, dass es aussichtslos sein würde, das Ergebnis des Hinspiels umzudrehen."
Ivica Olic selbst würdigt die italienische Tageszeitung wie folgt: "Der Kroate, der Manchester United in der Allianz-Arena vorführte, hat in Lyon erneut zugeschlagen. Das Strafraum-Ass hat die deutschen Nationalspieler Gomez und Klose auf die Bank verwiesen und Toni nach Rom verdrängt." Auch für Mark van Bommel, Kapitän des FC Bayern München, findet das Blatt passende Worte: "Er ist ein geborener Kämpfer und hofft darauf, im Finale jenen FC Barcelona wiederzufinden, der ihn 2006 aus dem Team warf."
Die Mailänder 'Gazzetta dello Sport' ist ihrerseits ebenfalls hin und weg von Ivica Olic: "Er scheint über eine Reservelunge zu verfügen. Dreimal trickste er Lloris von der Strafraum-Mitte aus aus, stieß zielsicher durch Lyons Linien durch, fand aber auch die Energie, vor dem eigenen Strafraum zu mauern. Ein veritabler Goldschatz."
In Richtung von Inter Mailand, dem potentiellen Finalegegener, warnt die rosafarbene Zeitung: "Dieser massive kroatische Stier mit Allradantrieb ist eines der Geheimnisse des FC Bayern München. Wer es auch immer im Bernabeu-Stadion mit ihm zu tun bekommt täte gut daran, ihn nicht zu unterschätzen."
Trainer Louis Van Gaal hält die 'Gazzetta' extrem zugute, trotz der zahlreichen Verletzungen optimal gehaushaltet zu haben: "Er hat Europa eine weitere taktische und athletische Lektion erteilt. Obwohl seine Verteidigung gesundheitlich angeschlagen war, ging er kein Risiko ein. Nach neun Monaten harter, anfangs gar nicht einfacher Arbeit, kann man nun sagen, dass es Louis Van Gaal gelungen ist, seinen luftigen und dynamischen Fußball - die Software - auf der Hardware eines athletisch starken Ensembles mit deutscher Siegermentalität zu installieren."
Auch der altehrwürdige 'Corriere della Sera' aus Mailand ist widerwillig gezwungen, Ivica Olic und dem FC Bayern München zuzujubeln: "Olic zählt wieder einmal für drei, die Bayern fliegen nach Madrid." Verhaltener klingen da schon die Pressestimmen aus Frankreich: "Bayern München zermalmt Lyon" titelte lapidar 'Le Figaro'.