Gefängnismitarbeiter bezeichnen den 74-Jährigen als harmlosen und braven Vorzeigehäftling. Der 74-Jährige achtet allerdings sehr auf sein Äußeres und will sogar immer eine Anti-Falten-Creme griffbereit haben, damit sich die Jahre auf seinem Gesicht nicht so bemerkbar machen. Gefängnissprecher Erich Huber-Günsthofen berichtete der britischen ‚Minnor', dass die Mitarbeiter manchmal gar nicht merken, dass er da ist.
Für sein gutes Verhalten darf der Inzesttäter bei gutem Wetter sogar kurze Spaziergänge im Hof unternehmen. Außerdem liest der 74-Jährige viel und am liebsten die Berichte über seine eigene Tat, die er immer wieder nachliest. Fritzl ist offenbar nicht nur ein begeisterter Leser. Erst vor kurzem hat der Inzesttäter angekündigt, dass er seine Geschichte in Form von Memoiren aufschreiben will. Damit könnte er auch in der Tat richtig zu Geld kommen.
Tochter und Inzest-Opfer Elisabeth Fritzl war von dieser Nachricht allerdings am Boden zerstört. „Es ist, als würde sie wieder vergewaltigt werden", erklärte eine mit ihr vertraute Person, die angeblich zu ihr Kontakt haben will. Die 42-Jährige hat schon vor Wochen bestätigt, dass sie mit ihrer Geschichte nicht an die Öffentlichkeit gehen wird, und auf keinen Fall versuchen will, damit Geld zu verdienen. Sie wünscht sich nur, das Ganze zu vergessen, es verarbeiten zu können, um in Ruhe neue Freude am Leben zu finden.
Der Prozessbeginn gegen Josef Fritzl wird erst im Herbst erwartet. Ein genaues Datum steht jedoch noch nicht fest. Fast 24-Jahre lang hat der Inzesttäter Tochter Elisabeth im Keller seines Hauses vergewaltigt und zeugte mit ihr sieben Kinder. Eins von denen starb kurz nach der Geburt. Deswegen wird dem 74-Jährigen auch Mord vorgeworfen. Fritzl drohen zunächst bis zu 25-Jahre Haft.