Zum mittlerweile dritten Mal stellen sich karrierebewusste junge Frauen der TV-Jury um Heidi Klum. Mit der medialen Fleischbeschauung bekommt der Donnerstagabend endlich wieder einen Sinn. Doch ohne Bruce Darnell fehlt dem Erfolgsformat das emotionale Epizentrum.
In giftgrünen Strumpfhosen gekleidet, begrüßt Heidi Klum die neuen Kandidatinnen mit den programmatischen Worten „Hallo Hallo Hallöchen". Mit diesem Schlachtruf ist die Jagdsaison nach dem schönsten Frauen Deutschlands eröffnet. Die Jury kann wieder einmal aus dem Vollen schöpfen, denn über 18.000 ‚Mädchen' haben sich zum Casting der Modelsuche beworben.
Catwalk oder Rindermarkt?
120 von ihnen haben es tatsächlich in die engere Auswahl der ersten Episode von ‚Germany´s Next Topmodel' geschafft. Diese mussten sich nun meist mit Bikini bekleidet von der dreiköpfigen Jury begutachten lassen. Teilweise genügte bereits ein Gang auf dem Catwalk, um das besondere Talent der angehenden Models zu bemerken.
Andere Schönheiten mussten genauer unter die Lupe genommen werden. So hat die 16-jährige Jennifer nach Einschätzung der Jury zwar die Figur eines richtigen Models, doch war man sich über die Güte ihres Gesichts zunächst noch uneins. Jennifer wurde nun gebeten, näher zu treten, ihre Haare zurück zu streichen und ihr Antlitz zur Besichtigung freizugeben. Dieser Vorgang erinnerte eher an eine Verhandlung auf dem Rindermarkt als einer würdigen Auseinandersetzung mit erfolgsorientierten Jugendlichen. Immerhin konnte sich Jennifer mit der Fleischbeschauung den Einzug in die nächste Runde sichern.
„Verkauf mir eine Klobürste"
Gut aussehen allein reicht allerdings nicht aus, um den Catwalk zu erobern. Wer gewinnen will, muss auch Verkaufstalent mitbringen. Verantwortlich für diesen Anspruch, dem die angehenden Supermodels zu entsprechen haben, ist der Jury-Neuzugang Rolf Scheider. Zunächst begutachtet der in Paris lebende Scheider die ersten Gehversuche der Model-Anwärterinnen, und kommentiert sie fast lautlos mit einem Gesichtsausdruck, der zwischen Abscheu und infantiler Freude oszilliert.
Sodann ist der Weg frei für die erste Prüfung der vorstelligen ‚Mädchen'. Mit dem simplen Arbeitsauftrag „Verkauf mir eine Klobürste" will Scheider das Talent der Schönheiten prüfen, als Model einer Werbekampagne aufzutreten.
Nachdem jedoch bereits die erste Modelanwärterin nicht recht mit ihrer WC-Performance überzeugen konnte, nahm sich Scheider ein Herz und führte selbst vor, wie eine Kloschüssel werbewirksam zu reinigen ist. Casting-Direktor Scheider legte dabei einen derart vor Glückseligkeit überschäumenden Arbeitseifer an den Tag, dass den nur noch Heidi Klum bändigen konnte. Mit den Worten „Das sieht ja pervers aus, wie du das machst" beendete Klum das Nasszellen-Spektakel und sprach sicherlich etlichen Zuschauern aus der Seele.
Ohne Bruce keine Competition
Mit Rolf Scheider versucht ProSieben nun das Loch zu stopfen, das Bruce Darnell mit seinem Ausscheiden in das Format gerissen hat. Nachdem Darnell zum Liebling der ersten beiden Staffeln avancierte, ließen die Angebote für eine eigene Show nicht lange auf sich warten. Bruce nimmt sich derzeit in der ARD der Sorgen verzweifelter Mauerblümchen an, und lehrt am lebenden Objekt, wie eine selbstbewusste Frau von heute auszusehen hat (europolitan.de berichtete).
Während Darnell mit seiner eigenen ‚Styling-Show' nur mäßige Erfolge feiern kann, fehlt er bei ‚Germany´s Next Topmodel' an allen Ecken und Enden. Zwar plappert auch Ersatzmann Scheider in einem niedlichen Akzent solche Worte wie ‚Challenge', ‚Competition' und ‚Emotion-Shooting', doch ist er damit noch weit von der mitreißenden Wirkung eines Bruce Darnells entfernt. Im Gegensatz zu den unzähligen Modelanwärterinnen ist Bruce eben nicht so leicht zu ersetzen.
Da brat mir doch einer einen Storch
Die verbleibenden 50 ‚Mädchen' des diesjährigen Modelnachwuchses haben jedoch keine andere Wahl, als sich mit Jury-Mitglied Scheider zu arrangieren. Mit ihm ging es dann auch schnell zur ersten großen Modeschau nach Barcelona, bei der die hübschen Protagonistinnen zeigen sollten, wie sicher sie sich bereits auf dem Laufsteg präsentieren können. Zum Entsetzen Heidi Klums wurde die Show allerdings ein Debakel. Reihenweise knickten die Schönheiten in den High-Heels um, und stelzten über den Catwalk wie Störche auf zu hoch gewachsenen Wiesen.
Zumindest ‚Star-Figaro' Lluis Llongueras dürfte bei dieser Show seinen Spaß gehabt haben. Denn er legte der verschüchterten Model-Kandidatin Gina-Lisa im Backstage-Raum nicht nur die Haare, sondern fingerte sich zudem unermüdlich an die Brüste 21-Jährigen heran. Dass Gina-Lisa große Mühe hatte, die flotten Finger des Friseurs von ihrem Körper fern zu halten, störte jedoch weder die Kameras, noch den Aufschneider-Figaro. In den kommenden Folgen wird sich entscheiden, welche Störche tatsächlich in den Topmodel-Status gehoben werden - und welche als bloße Leckereien auf den Tellern der Crew-Mitglieder landen.
heiner (18.04.2008 09:27)ja die kokst
ich bin mir sicher.