Der ehemalige Parteivorsitzende der SPD Franz Müntefering musste sich am gestrigen Donnerstagnachmittag nach 13 Jahren Ehe von seiner Frau verabschieden. Ankepetra Müntefering starb in ihrem Haus in Bonn im Alter von 62 Jahren an Krebs. Seit sieben Jahren quälte sich die Verstorbene mit der Krankheit und wurde in dieser Zeit fünfmal operiert. Ihr Ehemann hatte Ende 2007 sein Amt als Parteivorsitzender der Sozialdemokraten aufgegeben, um sich um seine Frau zu kümmern.
Ankepetra Müntefering war viele Jahre lang selbst Mitarbeiterin der SPD-Bundesfraktion. Zuletzt arbeitete sie im Büro des früheren Parlamentarischen Geschäftsführers Olaf Scholz. Ihr 68-jähriger Mann kümmerte sich bis zum Schluss als „Oberpfleger" um seine an Krebs erkrankte Frau. Münteferings Abgeordnetenbüro im Bundestag äußerte sich auf ddp-Anfrage am heutigen Freitag über das traurige Ende des Krankheitsverlaufes.
Viele Sozialdemokraten hatten den Rückzug Münteferings aus der Regierungsarbeit damals bedauert. Im November 2007 war der damalige Vizekanzler und Bundesarbeitsminister überraschend von seinem Amt zurückgetreten, um seine krebskranke Frau zu pflegen. Nachdem die Ehefrau des Politikers 2001 die erschreckende Diagnose erhalten hatte, folgten Jahre zwischen Hoffen und Bangen.
Nun wird schon über die Zukunft des Witwers spekuliert. Die Sozialdemokraten fragen sich, ob Müntefering wieder auf die politische Bühne zurückkehren wird. Der ehemalige SPD-Vorsitzende ist nach wie vor Abgeordneter im Bundestag. Der 68-Jährige ist seit 42 Jahren in der Partei und war 2004 mit 95,1 Prozent der Stimmen zum Bundesvorsitzenden gewählt worden.
m Frühjahr noch hatte Müntefering die Wiederaufnahme von aktiver politischer Mitarbeit nicht ausgeschlossen. Viele seiner Kollegen würden sich über ein Comeback nämlich freuen: Einer Forsa-Umfrage zufolge wünschen sich 51 Prozent der Parteigenossen, dass Müntefering wieder zurückkehrt.