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FC Bayern München ohne Lokalrivalen - TSV 1860 München in der Misere

09.09.2008 FC Bayern ohne Lokalrivalen - TSV 1860 München in der Misere

Niedergang eines Traditionsvereins

Es scheint noch gar nicht so lange her zu sein, da gab es noch Münchener Lokalderbys in der Bundesliga. Die Duelle zwischen dem FC Bayern dem TSV 1860 München garantierten stets einen hohen Unterhaltungswert. Doch vom Bundesliga-Glanz früherer Tage ist bei den 'Löwen' nichts mehr übrig. Die Realität sieht so aus: drei Spiele, 3:6 Tore, null Punkte. Und damit der letzte Tabellenplatz in der 2. Bundesliga.

Normalerweise greifen in einer solchen Situation die Mechanismen des Fußballgeschäfts. Das heißt, die Entlassung des Trainers, der in diesem Falle Marco Kurz heißt. Doch Geschäftsführer Stefan Reuter will davon nichts wissen. „Wenn man von der Arbeit des Trainers überzeugt ist und der Trainer optimal zum Klub passt, dann lohnt es sich, an ihm festzuhalten", erklärte der 41-Jährige Ex-Weltmeister im 'Donaukurier'. Doch natürlich weiß auch Reuter: „Es läuft nicht und die Leute wollen Köpfe rollen sehen. Das ist nichts Neues."

Auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, seines Zeichens Aufsichtsmitglied bei den 'Löwen', ist besorgt wegen des katastrophalen Saisonstarts des Traditionsclubs. „Natürlich mache ich mir Sorgen um 1860, zumal wir zwei starke Vereine in der Stadt brauchen, schon allein wegen der Allianz Arena", erklärte der Politiker. „Leider gibt es kein Patentrezept, um nach oben zu kommen, schon gar nicht, wenn man so bescheidene finanzielle Mittel wie 1860 hat."

Die Lage beim Münchener Traditionsverein, immerhin Gründungsmitglied der Bundesliga und Deutscher Meister 1966, ist in der Tat desaströs. Von den letzten 20 Zweitligaspielen konnten der TSV 1860 nur zwei gewinnen. Seit dem Abstieg aus der Bundesliga im Jahr 2004 kämpfen die 'Löwen' um den Wiederaufstieg - jedes Jahr mit weniger Erfolg. In der Saison nach dem Abstieg reichte es immerhin noch zum vierten Platz, und damit fast zum Aufstieg in die erste Liga. Doch danach folgten mit den Plätzen 13, 8 und 11 drei Spielzeiten voller Enttäuschungen und vor allem Streitigkeiten innerhalb des Vereins.

In der momentan ohnehin schon schwierigen Lage fällt nun auch noch einer der Hoffnungsträger aus. Berkant Göktan, einer der wenigen wirklich torgefährlichen Offensivleute im Kader der 'Sechziger', fehlt nach wie vor wegen einer Verletzung in der Fußsohle. Diese hatte sich der Türke beim Tritt in eine Glasscherbe zugezogen. Der 27-Jährige wird beim nächsten Spiel gegen Bundesliga-Absteiger MSV Duisburg definitiv noch fehlen.

Die Bundesligaerfahrenen Rückkehrer Daniel Bierofka und Benjamin Lauth, die beide beim TSV 1860 in der Bundesliga debütierten, konnten bislang die in sie gesetzten Erwartungen nur ansatzweise erfüllen. Dabei waren sie gemeinsam mit Göktan und dem ebenfalls zu den 'Löwen' zurückgekehrten Markus Schroth die Hoffnungsträger für bessere Zeiten. Und nun kam alles noch schlimmer. Die erste Konsequenz aus dem miserablen Saisonstart des Traditionsvereins war die Entlassung von Co-Trainer Günther Gorenzel-Simonitsch in der vergangenen Woche. Sollte gegen Duisburg der Befreiungsschlag nicht gelingen, dürfte auch für Marco Kurz und Sportdirektor Reuter die Luft immer dünner werden.

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (1)
Michael Karrer (10.09.2008 09:44)

Niedergang eines Traditionsvereines

Freut mich, dass die Löwen immer noch im Gespräch sind. Krisen gehören nunmal dazu und sind dazu da, um gelöst zu werden.



Unseren Verein bringt keiner um, nicht mal ingesamt 10 Jahre in der Bayernliga konnten den Mythos 1860 umbringen.



Einmal Löwe, immer Löwe!



Das gilt in gut und besonders in schlechten Zeiten! Die Fans des TSV 1860 München sind eine ständige Achterfahrt ja gewöhnt.