Nachdem sich der FC Bayern München nach den gestrigen Spielen noch ins Fäustchen gelacht hat, weil die Konkurrenz kollektiv patzte, waren die Münchner heute gegen Borussia Dortmund selbst lange unter Druck. Erst ein spätes Doppelpack von Miroslav Klose brachte dem FC Bayern in einem hart umkämpften Spiel gegen den BVB den Sieg. Die Spitze ist damit für die Münchner wieder in Schlagdistanz.
Auf dem Papier entschieden die Münchner die erste Hälfte eindeutig für sich, das Ergebnis lautete dennoch 1:1. Bereits nach einer Minute traf Borussia Dortmund durch Neldson Valdez zum 1:0. Nach einem langen Pass war Martin Demichelis ausgerutscht und ließ den Ball fair passieren, statt verboternermaßen die Hände zu Hilfe zu nehmen. Lucio kam beim folgenden Valdez-Alleingang zu spät, Torwart Michael Rensing konnte den Ball nicht halten.
BVB trifft früh, Bayern stürmt los
Es folgte ein wahrer Sturmlauf des FC Bayern. Nach 45 Minuten konnte der Rekordmeister 59 Prozent Ballbesitz, 14:2 Torschüsse und 7:0 Ecken für sich verzeichnen. Dennoch trafen die Münchner nur einmal in der 23. Minute. Franck Ribèry zog aus halblinker Position ab, Roman Weidenfeller im BVB-Tor konnte den Ball nur abklatschen lassen. Zè Roberto stand goldrichtig und traf den Nachschuss zum verdienten 1:1, auch wenn die Fernsehbilder dem Brasilianer eine mit bloßen Augen nur sehr schwer zu erkennende Abseitsposition attestierten. Roman Weidenfeller und die Glücklosigkeit des Bayern-Angriffs verhinderten ein weiteres Tor der Münchner in der ersten Hälfte.
Luca Toni vergab wie schon so oft eine ausgezeichnete Möglichkeit per Kopf, der starke Klose scheiterte mit zwei Schüssen aus kürzester Distanz ebenso wie Franck Ribèry mit einem Fernschuss. Die Dortmunder machten ihrerseits nur noch einmal auf sich aufmerksam. Nach knapp einer Viertelstunde bekam BVB-Stürmer Alexander Frei den Ball kurz vor dem Sechzehnmeter-Raum und zog sofort ab. Doch der Schweizer traf aus kurzer Distanz nur den Arm von Lucio und forderte daraufhin einen Elfmeter. Doch der junge Schiedsrichter Michael Festner sah keine Absicht des Münchner Verteidigers und pfiff nicht.
Last-Minute-Klose trifft doch noch
In der zweiten Hälfte verlor die schnelle Partie zunächst etwas an Tempo. Zwar waren die Münchner weiterhin feldüberlegen, aber die Gäste aus Dortmund lösten sich nun immer wieder aus ihrer Umklammerung. Ab der 60. Minute kamen die Münchner erneut zu Chancen. Doch Klose scheiterte per Kopf, ein Toni-Tor in der 72. Minute zählte nicht, weil Passgeber Zè Roberto beim vorhergehenden van Bommel-Schuss im Abseits stand. Nur wenige Sekunden später wechselte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann gleich zweimal aus, für Bastian Schweinsteiger kam Hamit Altintop, Luca Toni musste überraschend für Landon Donavan weichen.
In der 80. Minute war es wieder Weidenfeller, der dem BVB den Punkt festhielt. Ribèry bekam im Strafraum den Ball, legte auf Klose quer, der das runde Leder nur an die Brust des heraus geeilten BVB-Keepers schoss. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Münchner bereits 32 Torschüsse, doch der Ball wollte einfach kein zweites Mal ins Dortmunder Netz. In der 87. Minute war das runde Leder plötzlich dann doch noch im Dortmunder Netz, als Klose im persönlichen Duell gegen Weidenfeller zum ersten Mal als Sieger hervorging. Nach einem langen van Bommel-Pass kam der Bayern-Stürmer irgendwie an den Ball und köpfte zum 2:1 ein. In der Nachspielzeit traf Klose schließlich auch noch zum verdienten 3:1, nachdem ihn Ribèry mustergültig in der Mitte freigespielt hat.
Die Steilvorlage, die Hoffenheim, Hamburg, Hertha BSC und Bayer Leverkusen dem FC Bayern München durch ihre schwachen Ergebnisse am Freitag und Samstag gemacht haben, konnten die Münchner mit dem Sieg gegen den BVB nutzen. Der FC Bayern steht nun auf dem zweiten Tabellenplatz, nur noch ein Punkt fehlt dem Rekordmeister auf die TSG Hoffenheim.