Pünktlich zum heutigen Trainingsauftakt hat Uli Hoeneß, seines Zeichens Manager des FC Bayern München, im Tauziehen um Mittelfeldgenie Franck Ribery sich von seiner besten Seite gezeigt. In Richtung der Spanier von Real Madrid, die sich angeblich schon seit Monaten um den Star-Franzosen bemühen, und dabei in schön regelmäßigen Abständen Absagen kassieren, richtete er tröstliche, fast schon patronisierende Worte.
Das kann er besonders gut: Uli Hoeneß, höchste operative Instanz an der Säbener Straße, und damit bei Rekordmeister FC Bayern München, hat der Vereinsführung von Real Madrid am heutigen Mittwochmorgen eine sonore Backpfeife erteilt.
In den vergangenen Wochen hatten sich Meldungen um ein ein etwaiges Rekordbieten der Spanier nur so überschlagen, von hohen bis sehr hohen zweistelligen Millionenbeträgebn war die Rede gewesen. Auch Frankreichs ehemaliger Nationalspieler und Kicker-Legende Zinedine Zidane hatte sich in den angeblichen Transferpoker eingemischt, und eine Wechselbereitschaft seines Landsmannes angedeutet.
In den Worten Hoeneß' sieht die Schilderung der vergangenen Wochen hingegen schon anders aus. Auf der heutigen Pressekonferez zu Traininsbeginn verlautbarte er wie gewohnt vollmundig: "Die rechte Hand von Perez hat das eine oder andere Mal angerufen. Da habe ich ihn gefragt, ob er das Spiel Monopoly kennt und ihm erklärt, dass es ein deutsches Spiel ist, das Kinder und Erwachsene gerne spielen."
Für seinen gekonnten Schachzug in 2007, den damals noch weniger heftig umfochtenen Ribery zu verpflichten, feiert sich Hoeneß nun offenbar gebührend selbst: "Ich habe ihm gesagt, dass der FC Bayern vor zwei Jahren die Schlossallee gekauft hat. Und vier Hotels drauf gebaut hat." Selbstbewußter kann man eine Verhandlungsposition wohl nicht formulieren: "Diese Schlossallee gibt man nur her, wenn man in Not oder pleite ist."
Auf die fußallerische Belehrung folgt knallhart die Absage: "Wir haben alle Fragen, nach München zu kommen, abgelehnt." An dem Wert der eigenen Stars gebe es nichts zu deuteln: "Sie wollten das Spiel Monopoly nach ihren Regeln spielen. Aber es gibt die Aussage, dass wir Ribéry in München halten wollen." Ein kleines finanzielles Hintertürchen ließ der FC-Bayern-Altobere denoch offen: "Nur wenn jemand ganz verrückte Dinge machen würde, würden wir überlegen." Das bedeute aber einen riesigen Haufen Cash: "Kommt einer auf die Schlossallee, wird es teuer!"
Bereits am Wochenende hatte Bayern-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Rummenigge im Gespräch mit der Münchner 'Abendzeitung' betont: "Wir sind uns im Vorstand alle einig, dass wir Franck Ribéry, der zu den drei besten Spielern der Welt gehört, beim FC Bayern halten wollen." Nicht einmal auf ein Treffen habe man sich mit Real Madrid einlassen wollen: ""Kontakt gab es. Es gab auch die Bitte, ein Gespräch zu führen. Aber wir haben das abgelehnt, weil das nicht zielführend wäre. Wir haben keine Intention, Franck abzugeben."
Zuvor hatte Reals Sportdirektor Jorge Valdano in Richtung des FC Bayern München verdeutlicht, man werde sich mit Hinblick auf die Transfersumme für Franck Ribery nicht bliebig in die Höge treiben lassen: "Die Verpflichtung von Kaka und Cristiano Ronaldo hat bei manchen Leuten einen falschen Eindruck aufkommen lassen. Es hatte fast den Anschein, als würde das Geld bereits fließen, wenn Real bei einem Verein nur anklopft. Nun müssen wir die Zeit für uns spielen lassen."
Tickende Sanduhr hin oder her - vor dem 31. August müssten sich die beiden Parteien handelseinig sein, danach ist die Transfersaison unwiderruflich zu Ende. Ob also Franck Ribery in Madrid wie vielerorts bereits berichtet schon eine Bleibe hat, oder nicht - für das bisherige von der spanischen Sportzeitung 'As' kolportierte Angebot in Höhe von 55 Millionen Euro wird der begehrte Kicker wohl kaum das Star-Ensemble an der Isar verlassen.