Jeden Tag neue Spekulationen über einen möglichen Wechsel von Franck Ribery zu Real Madrid - jetzt meldet sich Karl-Heinz Rummenigge zu Wort. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München stellt in einem Interview mit der 'Bild'-Zeitung klar: "Wir wollen, dass Ribery bleibt!"
Längst schon muss jede Aussage überprüft werden. Wer sagt das, was er wirklich denkt? Wer will vielleicht nur den Preis in die Höhe treiben? Wer will ihn mit seinen Statements vielleicht drücken? Für die Bayern jedenfalls, so bekräftigt Karl-Heinz Rummenigge, sei es "keine Frage der Summe", die ihnen für Ribery bezahlt werde. "Es wird immer der Eindruck vermittelt, Bayern München würde den Preis hochtreiben und dann bei einer bestimmten Summe bereit sein, Franck abzugeben. Ich sage es nochmal mit klaren Worten: Wir wollen, dass Ribery bleibt."
Aber was, wenn ein Verein bereit ist, 60 oder 70 Millionen Euro für den Franzosen zu bezahlen? Im Zusammenhang mit Real Madrid wurden diese Summen genannt. Rummenigge erkärt nun, dass "es eine Überlegung wert wäre" - allerdings nur, wenn man ausschließlich kaufmännisch denken würde. 25 Millionen Euro haben die Bayern vor zwei Jahren für Ribery bezahlt. Seine Werststeigerung ist gewaltig. Rummenigge aber sieht den Fußball nicht nur kaufmänisch, "sondern auch emotional."
Die Bayern haben "Franck ja vor zwei Jahren nicht gekauft, um mit ihm Kasse zu machen", so der Vorstandschef. Über konkrete Summen möchte Rummenigge allerdings prinzipiell nicht sprechen. Manager Uli Hoeneß hatte kürzlich immerhin noch bekannt gegeben, er werde bei einem Angebot von 50 Millionen Euro gar nicht erst ans Telefon gehen. Hoeneß ließ sich aber eine Hintertür offen - wenn jemand "etwas ganz Verrücktes" tue, dann seien die Bayern zu Verhandlungen bereit.
Diese Hintertür lässt sich Rummenigge nicht offen - und mahnt, Ribery solle sich von Real nicht den Kopf verdrehen lassen: "Ein Spieler hat seine Vertragslaufzeit zu respektieren, in diesem Fall bis 2011." Dass Vertragslaufzeiten im Fußball nicht unbedingt alles sind, wenn man nur zu einer Einigung kommt, weiß auch Rummenigge. Ählich wie er weiß, dass es nicht unbedingt was heißen muss, den Wechsel eines Spielers auszuschließen. Wie so oft ist unklar, ob Rummenigges Machtwort auch ein solches ist - oder ob er das Pokerspiel um Ribery mitspielt.
Ottmar Hitzfeld, Schweizer Nationaltrainer und ehemals überaus erfolgreicher Bayern-Coach, rät Real übrigens aus sportlichen Gründen von einem Transfer ab: "Ich weiß nicht, ob sie auch noch Ribery holen. Ob das überhaupt passt mit Ronaldo und Kaká. Das kann ich mir nicht vorstellen", so Hitzfeld im 'tz'-Interview. Für die Bayern sieht Hitzfeld die Sache ganz pragmatisch: "Er hat hier einen Vertrag und ich hoffe, dass er den Bayern-Fans erhalten bleibt. Wenn er geht, dann haben Uli Hoeneß und der FC Bayern einen großen Coup gelandet und können reinvestieren." Franck Ribery befindet sich derzeit übrigens im Urlaub. In Spanien.