Nach der Torgala am Samstag in Dortmund ist die Mißstimmung der vergangenen Wochen beim FC Bayern München wie verflogen. Die Vereinsoberen sehen das Klima zwischen Trainer Louis van Gaal und Mittelfeld-Star Franck Ribery mittlerweile als derart entspannt an, dass sie sogar um eine Vertragsverlängerung pokern wollen.
Ganz neue Töne: Nachdem in den vergangenen Wochen über ein etwaiges Zerwürfnis zwischen Rekordmeister FC Bayern München und Ballartist Franck Ribery (26) spekuliert worden war, folgten auf die eindrucksvollen Bilder vom Wochenende nun auch eindeutige Liebesbekundungen verbaler Art.
Der Star-Franzose war erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden, sicherte aber prompt den Kantersieg mit dem entscheidenden dritten Treffer für die Bayern ab. Nach dem kaltblütig verwandelten Freistoß nahm Ribery über 50 Meter Anlauf, und sprang seinem niederländischen Trainer Louis van Gaal (58) mit voller Wucht in die Arme. Verdient stand es am Ende gegen den zuvor punktgleichen BVB 5:1.
Gebetsmühlenartig war vergangene Woche ein Interview-Statement Riberys aus der französischen Sportzeitung 'L'Equipe' in den Medien aufgegriffen worden, in dem das Mittelfeld-Ass sich angeblich über den Holländer beschwerte: "Es ist das erste Mal, dass mein Kontakt zu einem Trainer nicht positiv ist. Es droht zwischen uns sehr kompliziert zu werden", soll er zu Protokoll gegeben haben.
Diese alte Kamelle ist nun spätestens seit Sanstag überholt. Ribery selbst erklärte seine spektakuläre Geste so: "Ein spontaner Impuls. Ich wollte zeigen, dass zwischen mir und dem Trainer alles in Ordnung ist." Van Gaal wusste von seiner Warte her die enthusiastische Zuneigungsbekundung durchaus zu würdigen: "Franck hat gezeigt, dass er diesen Trainer liebt. Und er hat gezeigt, dass er ein großer Fußballer ist."
Auf so viel Gegenliebe konnte Franck Ribery seinerseits nur enthusiastisch reagieren: "Ich fühle mich hier geliebt. Es tut gut, dass mir die wichtigen Leute im Verein Vertrauen entgegenbringen. Auch die Reaktion der Fans bei meinem Comeback tat gut. Das gibt mir sehr viel Kraft."
Und aus den emotionalen Aufwallungen ergibt sich vielleicht auch gleich Konkretes. Hinsichtlich seines Vertrages, der Stand heute am 30. Juni 2011 ausläuft, verlautbarte der Meisterkicker: "Der Verein wird bereits seine Idee haben, und ich habe auch schon eine Idee. Im Fußball geht es manchmal sehr schnell. Eine kleine Sitzung, und dann kann sich das schon entscheiden."
Auf diese Wortmeldung reagierte nun sofort der Vorstandschef des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, im Gespräch mit der Münchner 'tz': "Wir haben immer kundgetan, dass es unser Wunsch wäre, dass der Vertrag nicht nur bis zum 30. Juni 2011 läuft, sondern auch darüber hinaus. Das ist eine Laufzeit, die uns zumindest im Moment ruhig schlafen lässt. Aber wir haben gesagt, es wäre schön, einen Spieler dieser Qualität auch darüber hinaus an den FC Bayern binden zu können."
Hinsichtlich jedweder weiterer Aspekte hüllt sich Rummenigge jedoch in Schweigen: ""Die Worte habe ich zur Kenntnis genommen, wir gehen damit vernünftig um. Das sind Worte, die den Fans von Bayern München sicher sehr gefallen. Wir werden diese Dinge in aller Ruhe intern diskutieren und zum gegebenen Zeitpunkt das Gespräch führen. Wann wir das führen werden, werde ich sicher nicht bekanntgeben. Wir haben da keinen Zeitdruck."