Real Madrid will im Werben um Franck Ribery vom FC Bayern München nichts überstürzen. Sportdirektor Jorge Valdano kündigte an, Real wolle die Zeit für sich spielen lassen. Karl-Heinz Rummenigge allerdings bekräftigte in der 'l'equipe' erneut die Haltung des FC Bayern, Ribery nicht verkaufen zu wollen. Außerdem bestätigte Rummenigge, dass es am Wochenende ein Treffen zwischen den Verantwortlichen der Bayern und dem FC Schalke 04 wegen Manuel Neuer geben werde. Unterdessen hat die Uefa dem deutschen Rekordmeister 34,5 Millionen Euro überwiesen.
Real Madrids Sportdirektor Jorge Valdano erklärte am gestrigen Donnerstag Medienberichten zufolge, dass die Spanier sich mit einer Verpflichtung von Franck Ribery Zeit lassen werden. "Die Verpflichtung von Kaka und Cristiano Ronaldo hat bei manchen Leuten einen falschen Eindruck aufkommen lassen. Es hatte fast den Anschein, als würde das Geld bereits fließen, wenn Real bei einem Verein nur anklopft", so der Argentinier. Dieser Eindruck werde sich allerdings mit der Zeit verflüchtigen, kündigte Valdano an. "Nun müssen wir die Zeit für uns spielen lassen."
Bayern Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte allerdings in der französischen Zeitung 'l e'quipe', dass die Bayern weiterhin nicht bereit seien, Ribery gehen zu lassen. Vielmehr strebten sie eine Vertragsverlängerung mit dem Franzosen an. "Unser Ziel ist es, mit Franck eine Lösung bei Bayern zu finden. Wir sind bereit den Vertrag mit ihm zu verlängern - und dafür Geld zu zahlen. Wir werden es versuchen." Rummenigge lobte außerdem Riberys Verhalten in letzter Zeit: "Franck ist immer ein fairer Partner gewesen: Er war immer diszipliniert, hat sich fantastisch verhalten. Es wird keinen Krach geben."
So oder so - eine Entscheidung muss bis spätestens 31. August fallen, dann schließt der Transfermarkt. In einer anderen Personalie wollen die Bayern am liebsten schon möglichst bald Nägel mit Köpfen machen. Nachdem Schalke-Aufsichtsrat Clemens Tönnies erklärt hatte, es gebe auch bei Torwart Manuel Neuer eine finanzielle Schmerzgrenze, bestätigte Rummenigge nun Gerüchte, dass bereits am kommenden Wochenende verhandelt werden soll.
"Wir werden uns am Wochenende mit Schalkes Vorstand treffen und sehen wo die Schmerzgrenze liegt", so Rummenigge. Dem Franzosen Sebastien Frey hingegen erteilte der Bayern-Chef zumindest vorerst eine Absage. Priorität habe die Verpflichtung eines deutschen Torwarts. Manuel Neuer sei die erste Wahl. Bislang sollen die Münchner 18 Millionen Euro für den U 21-Nationalspieler geboten haben. Schalkes Trainer und Manager Felix Magath lehnt einen Verkauf Neuers allerdings strikt ab.
"Ich habe mein klares Bekenntnis zu Manuel abgegeben. Ich bin hierhergekommen, um Erfolg zu haben. Und dafür braucht man Spieler, die Titel holen können", stellte Magath klar, nachdem Tönnies die Spekulationen wieder angeheizt hatte. Neuer sei "der allerletzte Spieler, den man eventuell abgeben" könne. Deutliche Worte also vom neuen starken Mann auf Schalke. Es wird interessant zu beobachten sein, ob Magath auch bei Summen jenseits der 20 Millionen Euro noch immer nicht bereit ist, Neuer abzugeben.
Finanziell jedenfalls sind die Schalker nicht auf Rosen gebettet und durch das Verpassen des internationalen Geschäfts in der abgelaufenen Saison fehlt den Königsblauen eine wichtige Einnahmequelle. Wie lukrativ vor allem die Teilnahme an der Champions League sein kann hat gerade erst wieder der FC Bayern erfahren. Die Münchner haben von der Uefa 34,5 Millionen Euro für die vergangene Champions League-Saison erhalten.
Die Bayern haben damit in der Königsklasse die zweitgrößte Summe von allen Mannschaften verdient. Zwar haben sie nur das Viertelfinale erreicht, zusätzlich zu den Erfolgsprämien kommen allerdings noch die Einnahmen aus dem Marktpool, die aus den Einnahmen durch den jeweils länderspezifischen Verkauf der Fernsehrechte entstammen. Da diese Erlöse in Deutschland besonders hoch sind, haben die Bayern insgesamt sogar mehr verdient als Champions League-Sieger FC Barcelona. Spitzenreiter ist allerdings der unterlegene Finalist Manchester United. Die Engländer bekommen rund 37,8 Millionen Euro.