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FC Bayern München gegen Hamburger SV am Rande der Niederlage

08.04.2009 FC Bayern München: Luca Toni lechzt in CL-Kracher nach Toren

Rekordmeister zu Gast bei Barca

Fast genau zehn Jahre nach dem legendären Champiopns League Finale von 1999 kehrt der FC Bayern München ins Camp Nou zurück: Der deutsche Rekordmeister bestreitet am heutigen Mittwochabend das Hinspiel des Champions League Viertelfinale beim spanischen Spitzenclub FC Barcelona. Nicht mit von der Partie werden die beiden Abwehrspieler Lucio und van Buyten sein. Das Spiel gilt auch als richtungsweisend für die Zukunft von Trainer Jürgen Klinsmann.

Am Montag hatte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Klinsmann gegenüber der 'Bild' noch eine Art Jobgarantie gegeben, geteilt wird diese Meinung jedoch nicht von allen in der Führungsetage der Münchner. Auf die Frage, ob seine Aussage, Klinsmann werde auch in der kommenden Saison noch Bayern-Trainer sein, noch Bestand habe, erklärte Rummenigge: "Das gilt. Er hat einen Vertrag, der ist klar. Wir werden jetzt anschieben. Alle, gemeinsam. Ich halte nichts davon, Dinge zwischendurch zu bewerten. Einen anderen Plan haben wir nicht."

Davon zeigte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Beckenbauer allerdings etwas überrascht: "Ich habe noch die Worte von Rummenigge im Ohr, dass wir uns im Sommer zusammensetzen, analysieren und möglicherweise reagieren", erinnerte der "Kaiser" an Aussagen Rummenigges aus dem Februar. Da hatte Rummenigge noch auf Grund von aufkommenden Spekulationen über einen baldigen Trainerwechsel erklärt, dass für Klinsmann "das Sommerzeugnis entscheidend" sei.

Nach dem Aus im DFB-Pokal, der peinlichen 1:5-Klatsche in Wolfsburg am vergangenen Samstag und dem erneuten Abrutschen auf Platz 4 in der Bundesliga, sowie mit dem FC Barcelona in der Champions League vor der Brust, läuft der Trainer allerdings Gefahr, dass sein Zeugnis alles andere als glänzend ausfallen wird. Eine Trainerdiskussion zum jetzigen Zeitpunkt hält Manager Uli Hoeneß allerdings für fatal.

"Ich weiß nicht, ob es klug ist, einen Tag vor so einem Spiel die Zukunft des Trainers auch nur anzudeuten oder zu diskutieren! Das ist für mich fragwürdig. Manchmal weiß ich nicht, ob der Franz nah genug dran ist, um das alles beurteilen zu können", giftete Hoeneß nach dem gestrigen Abschlusstraining im Camp Nou von Barcelona in Richtung Beckenbauer. Nach dem 1:5 von Wolfsburg steht laut Hoeneß zwar nicht die Zukunft des Trainers, wohl aber "eine gewisse Reputation" auf dem Spiel.

Dabei müssen die Bayern heute Abend nicht nur auf den schon länger verletzten Stürmer Miroslav Klose (Sprunggelenk) und Innenverteidiger Lucio (Adduktorenzerrung gegen Wolfsburg) verzichten, kurzfristig wieder aus Barcelona abgereist ist aus persönlichen Gründen auch noch der zweite Innenverteidiger, Daniel van Buyten. Für die beiden Abwehrspieler laufen Martin Demichelis und Breno auf, während Klinsmann vorne wohl mit Luca Toni nur einen echten Stürmer aufbieten wird. Lukas Podolski sitzt auf der Bank, dafür soll sich hinter Toni aber auch Franck Ribery immer wieder ganz vorne einbringen.

Jener Ribery scheint der Spieler zu sein, dem vom Gegner am meisten Respekt entgegengebracht wird. Sein französischer Landsmann Thierry Henry beispielsweise bezeichnete die Nummer 7 des viermaligen Titelträgers in Champions League und Landesmeisterpokal als den "Messi des FC Bayern" - in Anspielung an den eigenen Teamkollegen Lionel Messi, der als einer der derzeit besten Fußballer dieser Welt gilt. Die Bayern-Niederlage in Wolfsburg hingegen gefällt den Katalanen überhaupt nicht.

Schon Trainer Josep Guardiola hatte gesagt, dass das 1:5 das schlechteste aller Ergebnisse gewesen sei, nun warnt auch Mittelfeldspieler Xavi: "Bayern ist jetzt noch viel gefährlicher, wie ein verletzter Löwe. Sie wollen beweisen, dass das nur ein Unfall war. Und die Champions League ist die perfekte Bühne dafür. Wir müssen noch viel mehr aufpassen, als ohnehin schon. Ich hätte es viel lieber gesehen, wenn Bayern in Wolfsburg gewonnen hätte. Jetzt werden sie um ihr Leben spielen", fürchtet der Barca-Star im Interview mit der Münchner 'tz'.

Eindeutiger Favorit sind die Spanier heute Abend in jedem Fall, auch wenn Bayern-Trainer Klinsmann sich im Interview mit der 'Süddeutschen Zeitung' sicher zeigt, dass seine Mannschaft "auch in Barcelona bestehen" kann. Zeigen wird sich das alles heute Abend, wenn der FC Bayern nach fast genau zehn Jahren nach Barcelona zurückkehrt. Am 26. Mai 1999 erlebte der deutsche Rekordmeister im Camp Nou die wohl bitterste und tränenreichste Niederlage in seiner Vereinsgeschichte.

Im Finale der Champions League führten die Münchner bis in die Nachspielzeit hinein mit 1:0 gegen Manchester United, um dann in der 91. und 93. Minute zwei Gegentore zu kassieren. Der schon sicher geglaubte Titel war in kürzester Zeit weg, die Bayern-Spieler kauerten minutenlang am Boden, bittere Tränen flossen. Das Spiel war beendet, es gab keine Möglichkeit mehr, noch einmal zurückzuschlagen. Dies kann heute, egal wie das Spiel endet, nicht passieren: Dieses Mal gibt es ein Rückspiel und damit mindestens 90 weitere Minuten Zeit, kurzfristig eingehandelte Gegentore noch auszugleichen.

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