Star-Knipser Luca Toni vom FC Bayern München hat sich für den AS Rom entschieden und wartet fieberhaft auf ein Ja des aktuellen Tabellen-Vierten der italienischen Serie A. Sein Agent deutete derweil an, dass der Deal bereits am heutigen Montag unterschriftsreif sein könnte.
Es kann sich nur noch um Stunden handeln: Die Verhandlungen um Weltmeister Luca Toni (32) vom FC Bayern München befinden sich offenbar in der Endphase.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte der Spieler keinen Zweifel daran gelassen, nach dem Zerwürfnis mit Bayern-Trainer Louis van Gaal (58) von der Isar an den Tiber wechseln zu wollen. Auch Vereinspräsident Uli Hoeneß hatte dem einstigen Wahl-Florentiner keine Steine in den Weg gerollt, und eine Abgabe zum Nulltarif in Aussicht gestellt - wohl auch in der wohlweislichen Voraussicht, sich dann das teure Jahressalär des Ausnamestürmers künftig sparen zu können.
Mittlerweile hat sich Luca Toni selbst in einem Interview mit der Tageszeitung 'Corriere dello Sport', die traditionell dem Hauptstadtverein nahe steht, ausführlich zu Wort gemeldet. Darin betont der frühere Torschützenkönig der Bundesliga (mit 24 Treffern in 2007/2008), gerade am Zenith der Spannung zu stehen: "Ich bin noch kein Spieler des AS Rom, weil wir uns gerade in einer fundamentalen Phase befinden, um meine Zukunft zu definieren."
Seine Botschaft an die Römer Fanbasis ist eindeutig: "Auch wenn ich keine Details nennen kann, möchte ich trotzdem sagen, dass es keine Zweifel hinsichtlich meines Willens gibt. Ich will bei Rom spielen und ziehe derzeit keinen anderen Club in Erwägung. Ich habe meine Wahl getroffen, jetzt sind die 'Giallorossi' und mein Agent an der Reihe, die anderen Probleme zu lösen."
Bei seiner Entscheidung gehe es nicht nur darum, ob er künftig wieder die 'Maglia Azzurra' überstreifen könne: "Im Moment geht es mir nur darum, zu spielen, die Nationalmannschaft ist ein Thema, um das es nur danach gehen kann. Jetzt geht es für mich nur darum, das Spielfeld zurück zu erobern und zu beweisen, dass ich noch nicht erledigt bin. Ich hoffe, die Wende ist bald erreicht. Ich wiederhole jedenfalls, ich habe mich für Rom entschieden."
Mit zur Entscheidung beigetragen haben sicherlich die vielen bekannten Gesichter, die Luca Toni aus der Nationalelf gut kennt, wie Francesco Totti, Daniele De Rossi und Simone Perrotta. Dazu erläutert er: "Ich kenne viele der Jungs gut, und mich haben ihre Anrufe sehr gefreut, in denen sie mir ihre Anerkennung kundgetan haben. Es würde mir gefallen, bereits am 2. Januar im ersten Freundschaftsspiel gegen Lodigiani anzutreten, wo ich einst angefangen habe. Nur keine Sorge, der FC Chelsea wird mich nicht umstimmen."
Derweil zitiert das Internet-Portal 'Romagiallorossa.com' Tonis Agent auf die Frage, was an dem Transfer dran sei, mit den Worten: "Ich bin heute sehr beschäftigt, bitte verstehen Sie... Ich kann diese Story weder bestätigen noch dementieren, aber heute ist ein besonderer Tag." Seither überschlagen sich die Spekulationen, dass möglicherweise bereits am heutigen Montag die Vertragsunterschrift erfolgen könnte.
Kurz vor Heiligabend hatte die britische 'Sun' noch für Unsicherheit gesorgt, als sie dem FC Chelsea die Absicht unterstellte, an dem Knipser interessiert zu sein, um Topmann Didier Drogba (31) zu ersetzen, der vom 10. bis zum 31. Januar wegen des Afrika-Cups ausfällt. Rom-Manager Gian Paolo Montali widersprach dem gegenüber der 'Gazzetta dello Sport': "Es geht nur noch um Details. Natürlich gibt es im Geschäftsleben keine absolute Sicherheit, bis alles unterschrieben ist, mit Toni ist aber alles praktisch im grünen Bereich. Mit ihm kann Rom eine spektakuläre zweite Saisonhälfte hinlegen." Sportdirektor Pradé pflichtete ihm bei: "Toni ist ein toller Coup."
Auch Roma-Altstar Totti freut sich schon auf seiner Homepage im Internet, neben seinem alten Sturmpartner den WM-Triumph wieder aufleben zu lassen: "Er ist der Weltmeister, den wir brauchen. Der Club wird uns im Januar ein schönes Geschenk machen."
Was die technischen Details des Transfers angeht, herrscht zwar nach wir vor Unklarheit, doch lichtet sich langsam der Nebel. Jüngsten Medienberichten zufolge bahnt sich in jedem Fall ein Gehaltsverzicht Tonis an, der beim FC Bayern München bis Vertragsende im Sommer 2011 noch Anspruch auf neun Millionen Euro hat. Beim AS Rom sollen es nun 1,8 Millionen Euro bis Saisonende sein, wobei noch offen ist, ob der Deal gleich bis Sommer 2011 für ein Gesamtgehalt von 5,4 Millionen fix gemacht wird.