Mittelfeld-Star Franck Ribery hat zum ersten Mal klipp und klar in einem Pressegespräch zum Ausdruck gebracht, was geschehen muss, damit er weiter beim FC Bayern München bleiben kann.
Jetzt kommen die Karten auf den Tisch: Kicker-Genie Franck Ribery (26) hat vom FC Bayern München einen Fünfjahresvertrag gefordert.
Das Gefeilsche um die Vertragsverhandlung begleitet die heißeste Phase dieser Fußball-Saison. Nicht nur steht das heutige Pokal-Halbfinale gegen Schalke 04 vor der Tür. Auch rücken die Viertelfinal-Begegnungen in der Champions League gegen Manchester United am 30. März und 7. April unerbittlich ebenso näher wie die Schicksalsspiele in der Liga gegen VfB Stuttgart, Schalke und Bayer Leverkusen.
Der Zeitpunkt ist taktisch also für Franck Ribery der Richtige, um den eigenen Vorstellungen maximale Aufmerksamkeit zu bescheren. Damit hält der Franzose dann auch nicht mehr länger hinterm Berg, und ließ gegenüber 'Sport Bild' wissen: "Unabhängig davon, wo ich hingehe, stelle ich mir einen Fünfjahresvertrag vor."
Auch scheint es an lukrativen Möglichkeiten an der Säbener Straße nicht zu mangeln, ließ der Franzose durchblicken: Der FC Bayern München sei "großer Verein, der mir die besten Konditionen bieten will, die es je gegeben hat. Ich bekomme hier Respekt und Liebe", lobte der Star-Fußballer. Dennoch hat das offenbar großzügige Angebot der Vereinsführung scheinbar noch nicht den Durchbruch gebracht: "Das Geld wird nicht den Ausschlag geben. Der Unterschied zwischen den Klubs ist da nicht mehr so groß. Die Entscheidung fällt daher nicht auf dem Bankkonto, sondern im Kopf."
Alles sieht also danach aus, als ob Franck Ribery ein sehr schmeichelhaftes Angebot des FC Bayern vorliegen hat, nun aber erstmal die weiteren Optionen erkunden will. Dabei grenzt er den Kreis seiner Präferenzen relativ eindeutig ein. Nicht auf die Insel, sondern auf die iberische Halbinsel zieht es ihn: "Wenn ich mich gegen Bayern entscheiden sollte, dann werde ich mit Sicherheit nach Spanien gehen, obwohl Chelsea natürlich auch ein großer Klub ist, der sportlich nicht hinter Real oder Barcelona zurücksteht."
Bei den Münchner Fans bat der zuletzt oft verletzte Ausnahmespieler indessen um verständnis dafür, dass er noch etwas Bedenkzeit brauche: "Ich bin auch nur ein Mensch. Wenn du ein Angebot von so einem Klub hast, muss es auch erlaubt sein, darüber nachzudenken. Dort spielen die besten Spieler der Welt." Dem Management des Isar-Clubs rechneter jedoch hoch an, auch in den letzten, schweren Wochen ihn stets moralisch unterstützt zu haben: "Es ist viel auf mich hereingebrochen. Doch gerade in dieser Phase haben mir Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Christian Nerlinger immer wieder den Mut zurückgegeben. So etwas vergesse ich nicht."
Am gestrigen Dienstag war indessen bekannt geworden, dass mit Juventus Turin ein anderer europäischer Verein mit Top-Tradition fest entschlossen ist, Franck Ribery ein unmoralisches Angebot zu unterbreiten. Der zuletzt recht erfolglose Rekordmeister aus dem Stiefelstaat will mit dem neuen Generaldirektor, Alt-Haudegen Roberto Bettega, in die Vollen gehen, und einen zweiten Superstar neben Brasilianer Diego ins Team holen. Laut der heutigen Dienstag-Ausgabe der italienischen Tageszeitung 'Corriere dello Sport' stehen für den Zweck achtzig Millionen zur Verfügung. Und ganz oben auf dem Wunschzettel Bettegas steht nur einer - Hoeneß-Liebling Franck Ribery nämlich.
Vor drei Wochen noch hatte das Juve-nahe Blatt 'Tuttosport' berichtet, dass in Turin über einen Diego-Ribery-Tausch nachgedacht werde, bei dem noch zusätzliche 15 Millionen in Richtung München hätten verschoben werden können. Kurz darauf dementierte allerdings Diego selbst gegenüber der 'Gazzetta dello Sport' jedwede Wechselabsicht zum FC Bayern, und bekräftigte: "Meine Entscheidung ist im vergangenen Sommer gefallen."