Am Tag nach dem 7:1 im Achtelfinale der Champions League gegen Sporting Lissabon blickt der FC Bayern München nach vorne und gibt sich optimistisch für die weiteren Aufgaben in der Königsklasse. Lob für die Bayern gab es auch von unerwarteter Seite: ManU-Star Cristiano Ronaldo erhob den viermaligen Titelgewinner zum Mitfavoriten in dieser Saison.
Uli Hoeneß sprach davon, dass man jetzt "alle schlagen" könne, Jürgen Klinsmann will nun "mehr" in der Champions League, und die Planungen von Paul Breitner gehen schon etwas weiter als nur bis ins anstehende Viertelfinale. Wie auch Uli Hoeneß ist ihm der nächste Gegner egal, nur Liverpool solle es bitte nicht sein. "Ich hätte Liverpool gerne im Endspiel", so Breitner im Interview mit der Münchner 'Abendzeitung'. Vom "Finale", das nun drin sei, sprach auch Lukas Podolski, und selbst Franz Beckenbauer zeigte sich zufrieden und attestierte seinen Bayern einen "hohen Unterhaltungswert".
Lob und Zuversicht also von allen Seiten - und das nicht nur aus den eigenen Reihen. Auch der Weltfußballer des Jahres 2008, Cristiano Ronaldo, war beeindruckt von der Leistung der Bayern. "Ich habe das Spiel gesehen. Bayern hat ein sehr starkes Team mit starken, schnellen und erfahrenen Spielern. Sie haben gute Chancen, die Champions League zu gewinnen", lobte der ehemals bei Sporting Lissabon unter Vertrag stehende Superstar. Dass der Pokal nach 1974, 1975, 1976 und 2001 zum fünften Mal an die Säbener Straße geht wird er freilich selber verhindern wollen. Mit Manchester United hat er gestern Abend gegen Inter Mailand ebenfalls das Viertelfinale erreicht.
Doch nicht nur wegen des Lobes internationaler Fußballprominenz hat sich der Einzug ins Viertelfinale für den deutschen Rekordmeister gelohnt. In der laufenden Spielzeit haben die Bayern in der Champions League bislang mehr als 42 Millionen Euro verdient. Diese Summe setzt sich aus den Prämien der Uefa, Zuschauer- und Fernseheinnahmen zusammen. Letztere werden erfolgsabhängig gezahlt, wobei es für jedes Land einen eigenen Topf gibt. Bayern profitiert somit finanziell vom frühen Ausscheiden der beiden anderen deutschen Teilnehmer. Schalke 04 war bereits in der Qualifikation, Werder Bremen in der Vorrunde gescheitert.
In den kommenden Wochen wird man sich nun darauf konzentrieren müssen, auch in der nächsten Saison wieder am lukrativen Champions League-Geschäft teilnehmen zu können. Der einfachste Weg hierfür ist, einen der ersten zwei Plätze in der Bundesliga zu erreichen. Etwas umständlicher und gefährlicher ist der Umweg über Platz drei, der lediglich zur Teilnahme an der Qualifikation berechtigt. Vereine wie der TSV 1860 München, Borussia Dortmund oder Schalke 04 können ein Lied davon singen wie es ist, plötzlich doch im Uefa Cup antreten zu müssen. Einen dritten Weg gibt es natürlich auch noch - und dessen nächste Etappe wird am 20. März ausgelost.