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Boris Johnson macht den Tory-Sieg in London perfekt

04.05.2008 Boris Johnson macht den Tory-Sieg in London perfekt

Labour-Debakel auf ganzer Linie

Das Debakel der regierenden Labour-Partei bei den englischen Kommunalwahlen hat sich auch in der Hauptstadt London fortgesetzt. Am Wochenende siegte der Tory-Kandidat Boris Johnson in der Millionenmetropole mit 53,2 Prozent der Stimmen vor dem bisherigen Amtsinhaber Ken Livingston, der auf 46,8 Prozent kam. Mit dem Verlust von London fuhr Labour die schwerste Wahlniederlage seit 40 Jahren ein.

„Ich werde hart dafür arbeiten, ihr Vertrauen zurückzuzahlen. Wo Fehler gemacht wurden, werden wir sie berichtigen, wo es Erfolge gab, werden wir auf ihnen aufbauen, wo Chancen vertan wurden, werden wir sie nutzen", begann Johnson seine erste Rede. „Ich hoffe, dass das zeigt, dass die Konservativen sich zu einer Partei gewandelt haben, der wieder vertraut werden kann", kommentierte der 43-jährige Abgeordnete seinen Sieg.

Mit dem Sieg Johnsons war der Triumph für die Tories bei den Kommunalwahlen in England und Wales perfekt. Am vergangenen Freitagnachmittag gaben die zuständigen Behörden bekannt, dass die Tories mehr als 250 Mandate hinzugewannen, während Labour über 330 Mandate abgegeben musste. Landesweit wurde Labour mit 24 Prozent Stimmenanteil sogar nur drittstärkste politische Kraft hinter den Liberaldemokraten, die auf 25 Prozent kamen. Deutlich vorne lag die Konservative Partei mit 44 Prozent.

Johnson lobte die Anstrengungen und hob die Erfolge seines Vorgängers heraus. Der Wahlsieger bot Livingstone zudem eine informelle Zusammenarbeit an: „Ich hoffe, dass wir einen Weg finden, wie das Rathaus auch in Zukunft von Ihrer Zuneigung zu dieser Stadt profitieren kann." Livingstone nahm seine Niederlage nach acht Jahren als Bürgermeister tapfer, und bot Johnson seine Hilfe an. "In welcher Rolle es auch sein wird, ich werde, solange ich lebe und atme, in dieser Stadt leben und diese Stadt lieben, und daran arbeiten, sie zu verbessern", sagte der wegen seiner linken Vergangenheit häufig als „Roter Ken" bezeichnete Labour-Politiker.

Johnson erhielt laut amtlichem Endergebnis 1,17 Millionen Stimmen, für Livingston stimmten 1,03 Millionen Wähler. Die Wahlbeiteilung lag bei knapp 40 Prozent, ein für London vergleichsweise hoher Wert. Mit Johnson regiert in der britischen Hauptstadt zum ersten Mal ein Mitglied der Konservativen Partei. Das Amt des "Mayor of London" war erst 1998 nach einem Referendum zusammen mit der "Greater London Authority" eingeführt worden. Die erste Bürgermeisterwahl im Jahr 2000 hatte Livingston als Unabhängiger gewonnen, 2004 wurde er dann als Labour-Kandidat wiedergewählt.

 

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