Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama konnte Umfragen zufolge seinen Vorsprung auf den republikanischen Mitbewerber John McCain weiter vergrößern. Laut einer Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts 'Pew Research Center' wollen landesweit 52 Prozent der Wähler für Obama stimmen und nur 38 Prozent für McCain.
Anfang Oktober hatte Obama in der Umfrage des Pew Centers lediglich sieben Prozent Vorsprung gehabt. Das Institut erklärte, der Senator aus Illinois habe seine Beliebtheit in jeder der drei durchgeführten Fernsehdebatten steigern können. Vor allem im Bereich der Wirtschaft überzeuge der 47-Jährige seine Wähler, was angesichts der internationalen Finanzkrise ein wichtiger Pluspunkt für Obama ist. Doch auch in der Irak-Frage und dem damit verbundenen Themenkomplex des Terrorismus halten die meisten Wähler den Demokraten mittlerweile für kompetenter.
49 Prozent der Befragten haben außerdem ein schlechtes Bild von McCains Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin. 44 Prozent äußerten sich dagegen positiv über die konservative Gouverneurin Alaskas. Auch der Wahlkampf der Republikaner kommt bei den Befragten nicht gut an: 56 Prozent der Wähler sind demnach der Meinung, dass McCain mit seinen persönlichen Attacken auf seinen Konkurrenten über das Ziel hinaus schießt.
Obama habe "die bestimmende Position im Rennen um die Präsidentschaft eingenommen", kommentierte CNN-Analyst Alan Silverleib die Ergebnisse. Der Nachrichtensender hatte mehrere Umfragen ausgewertet und sieht den Demokraten mit neun Prozentpunkten in Front. McCain haben die Debatten nicht nutzen können, um Boden gutzumachen, so Silverleib. Der Analyst urteilte, es sei "schwierig, nicht zu der Folgerung zu gelangen, dass McCain mit dem Rücken zur Wand steht".
Währenddessen wurde bekannt, dass Obama seinen Wahlkampf für zwei Tage unterbrechen wird, um seine kranke Großmutter zu besuchen. Der Senator aus Illinois werde fast alle seine Termine am Donnerstag und Freitag absagen, erklärte sein Sprecher Robert Gibbs. Stattdessen werde der 47-Jährige nach Hawaii fliegen, wo er geboren wurde. Obamas 85-jährige Großmutter Madelyn Payne Dunham ist bereits seit längerem krank und brach sich nun bei einem Sturz die Hüfte. Der Senator wuchs zum Teil bei seiner Großmutter auf und hat eine enge Bindung zu ihr.