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Barack Obama und Hillary Clinton im Clinch um Indiana und North Carolina

05.06.2008 Aus, Ende, Vorbei: Hillary Clinton gesteht Niederlage ein

Doch bis Samstag wird geschwiegen

Hillary Clinton hat es endlich eingesehen. Vielleicht war der Druck am Ende zu groß. Im Kampf um das Weiße Haus wird die ehemalige First Lady am Samstag ihre Niederlage eingestehen und sich hinter den Sieger Barack Obama stellen. Über ihre Pläne für die Zukunft schwieg sich Clinton jedoch nach wie vor aus. Viele Demokraten wollen sie als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten - doch es gibt auch andere Meinungen.

Hillary Clinton hat es doch noch verstanden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2.156 Delegierte für Barack Obama, 1.923 für Clinton. Am Samstag wird die Senatorin ihre Kandidatur aussetzten - das lässt ihr für den Fall der Fälle immer noch eine Hintertür offen. Faktisch ist es natürlich das Ende eines der längsten und teuersten Wahlkämpfe aller Zeiten. Bei einer Veranstaltung in Washington werde Clinton ihren Anhängern danken und ihre Unterstützung für Barack Obama zum Ausdruck bringen, gab Clintons Wahlkampfteam bekannt.

Clinton und Obama hielten sich am gestrigen Mittwoch anlässlich einer Konferenz der jüdischen Lobbygruppe AIPAC in Washington auf. Die beiden hätten dort kurz miteinander gesprochen, erklärte Obamas Sprecherin Linda Douglass. Über was sich die beiden Kontrahenten in dem „wenig detaillierten" Gespräch unterhielten, sagte Douglass nicht. „Hillary ist eine herausragende Persönlichkeit der Demokratischen Partei und hat in den letzten 16 Monaten mit mir Geschichte geschrieben. Ich bin sehr stolz, dass ich die Ehre hatte, mit ihr zu konkurrieren", lobte Obama seine Rivalin. Die ehemalige First Lady hatte Obama bereits am Dienstag bescheinigt, einen großartigen Wahlkampf geführt, und die Politik den Menschen wieder näher gebracht zu haben.

Über ihre eigene Zukunft schwieg sich die 60-Jährige hingegen weiterhin aus. Experten und Analysten diskutieren vor allem eine mögliche Vizepräsidentschaftskandidatur Clintons. Obama und Clinton seien ein „nicht aufzuhaltendes" Duo, erklärte Clintons Wahlkampfmanager Terry McAuliffe am gestrigen Mittwoch im Sender MSNBC. Clintons Berater Bob Johnson sagte gegenüber CNN, Obama könne die Demokraten am besten dadurch einigen, dass er Clinton den Posten des Vizepräsidenten anböte. „Am wichtigsten für die Partei ist, dass wir uns im November siegessicher sein können, und Barack Obama zusammen mit Hillary Clinton geben uns diese Siegesgewissheit", nannte Johnson den wichtigsten Grund für ein gemeinsames Ticket.

Allerdings sind nicht alle Demokraten von einem solchen Team begeistert. Der frühere US-Präsident Jimmy Carter nannte eine gemeinsame Kandidatur in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian" den „schlimmsten Fehler, der gemacht werden kann". Diese Konstellation würde nur dazuführen, dass die negativen Seiten beider Politiker noch deutlicher zum Vorschein kommen.

Ungeachtet der Spekulationen hat Obama am gestrigen Mittwoch ein dreiköpfiges Team bestimmt, das für ihn einen geeigneten Vizekandidaten suchen soll. Mit von der Partie ist die Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, Caroline Kennedy, und der frühere stellvertretende Justizminister Eric Holder. Dritter im Bunde ist Jim Johnson, der schon für den 2004 unterlegenen demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry in dieser Funktion tätig war. Obamas Sprecher Bill Burton erklärte, der Senator werde mit den drei Beratern in den kommenden Wochen eng zusammenarbeiten, wobei die endgültige Entscheidung aber bei Obama selbst liegen werde.

Unterdessen muss sich Obama gegen erste Angriffe aus dem Lager John McCains wehren. „Obama hat eine Freundschaft mit einem nun verurteilten Straftäter unterhalten", giftete McCains Wahlkampfteam in Richtung des 46-jährigen Senators. Der Hintergrund: Ein US-Bundesgericht in Chicago sah es als erwiesen an, dass Antoin „Tony" Rezko Amtsträger bestochen und seine Beziehungen zu Politikern betrügerisch zum eigenen Vorteil ausgenutzt hat. Obama selbst hat sich nicht strafbar gemacht, aber die engen Beziehungen zu dem nun verurteilten Geschäftsmann können beim Saubermann-Image Obamas durchaus Schaden anrichten.

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