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Amanda Knox trägt zum Valentinstag blutrotes T-Shirt vor Gericht

16.02.2009 Amanda Knox trägt zum Valentinstag blutrotes T-Shirt vor Gericht

'All You Need Is Love'

Amanda Knox, US-amerikanische Angeklagte im Prozess um den Mord an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher, hat am Samstag im italienischen Perugia für Aufregung gesorgt, indem sie zur Anhörung mit einem großen T-Shirt mit der blutroten Aufschrift 'All You Need Is Love' erschienen ist. Indessen geht die Beweisaufnahme ihren weiteren Gang - der Hauptzeuge der Anklage entpuppte sich als Drogendealer, und Mitbewohner wollen bei Amanda nach dem Mord einen Kratzer am Hals gesichtet haben.

Als Show für die Medien hatte der Prozess angefangen, und als Show wird er fortgesetzt: Am vergangenen Samstag ist Amanda Knox in einem T-Shirt mit der riesigen Aufschrift 'All You Need Is Love' in blutroten Lettern vor Gericht erschienen. Dabei handelt es sich offenbar um ein Mitbringsel ihrer Eltern aus den Vereinigten Staaten, und dementsprechend selbstbewußt betrat die US-Amerikanerin auch den Gerichtssaal. Von dem Selbstbewußtsein blieb nach dem Verlauf der Anhörung allerdings wenig übrig - weinend und schluchzend verließ die 23-Jährige schließlich wieder die Anklagebank in Richtung Zelle.

Als belastend erwies sich vor allem die Aussage von Mitbewohnerin Laura Mezzetti, die am Morgen nach dem Mord einen verdächtigen Kratzer am Hals von Amada Know festgestellt haben will. Der Hinweis könnte als Anzeichen für eine Beteiligung an dem Scharmützel gewertet werden, welches der Anklage zufolge vor dem Mord inklusive Sexualdelikt stattgefunden haben soll. "Amanda hatte eine Wunde am Hals. Mir ist das aufgefallen, weil bekannt war, dass Meredith durch eine Schnittwunde am Hals getötet worden war", so Mezzetti vor Gericht.

Dem Konter seitens der Verteidigung, dass es sich dabei um einen Knutschfleck gehandelt haben könnte, widersprach die Zeugin, indem sie unterstrich, dass der "runder und lilafarbener" gewesen wäre. Den Kratzer hatte sie am Morgen nach dem Mord in der Polizeistation von Perugia bemerkt, als die beiden jungen Frauen darauf warteten, im Verband mit dem Mordfall vernommen zu werden. "Ich befürchtete, dass auch Amanda verwundet worden sei. Ich war besorgt, und habe mir den Kratzer serhr intensiv angesehen." Auf die Frage, warum sie über den Kratzer nur während ihres sechsten Polizeiverhörs gesprochen habe, entgegnete Mezzetti, sie dachte, alle hätten ihn bemerkt.

Knox selbst wollte auch zum zweiten Prozesstag ein persönliches Statement abgeben, und beteuerte, keinen Streit mit Kercher über in Sachen Putzplan gehabt zu haben: "Diese Angelegenheit mit dem Putzen ist übertrieben worden", erklärte die Amerikanerin auf Italienisch. "Ich habe mit den anderen Mädchen darüber gesprochen, aber es hat diesbezüglich nie einen Konflikt gegeben, nie. Ich habe immer eine gute Beziehung zu ihnen gehabt. Die ganze Sache hat mich sehr traurig gestimmt."

Die Freundinnen der Opfers sagten desweiteren vor Gericht aus, Knox und ihr damaliger Geliebter, der Mitangeklagte Raffaele Sollecito, hätten sich am Morgen nach dem Mord sehr seltsam verhalten. Unter Tränen sagten sie aus, die beiden hätten andauernd geknutscht und sich gestreichelt, während sie hingegen weinten und sich vor Trauer umarmten. Curt Knox, der Vater der Angeklagten, hielt dem entgegen, die Schilderung der Freundinnen sei in Wortlaut und Inhalt dermaßen ähnlich gewesen, dass er dahinter eine Absprache vermute. Der Prozess wird am 27. Februar fortgesetzt.

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