Obwohl auch Bayern-Legende Ottmar Hitzfeld in der Vergangenheit nicht mit Kritik an der Taktik des aktuellen Trainers des FC Bayern München gespart hat, ruft er jetzt in der heutigen Ausgabe der 'Bild'-Zeitung zum Zusammenhalt auf: "Wenn man einen Trainer verpflichtet, muss man auch ohne Wenn und Aber zum Trainer stehen. Auch in Krisenzeiten."
Gerade wenn der Wind einem kalt ins Gesicht blase, müsse man zusammenstehen, bekräftigt Hitzfeld seine Devise: "Krise in Anführungszeichen. Man kann ja noch immer alles erreichen. Man muss dem Trainer total den Rücken stärken."
Nötig ist ein wenig Zuspruch allemal - denn so hoch die Erwartungen an Louis van Gaal zu Saisonbeginn waren, so sehr steht der Niederländer nun nach den ausbleibenden Erfolgen im Kreuzfeuer der Kritik. Seit Juli trainiert der ehemalige Barca-Coach nun den ehemals verwöhnten Fußballclub, bislang läuft es jedoch noch alles andere als rund.
Der FC Bayern München steht mittlerweile auf Platz 6 der Bundesliga und in der "Königsdisziplin" der Champions League droht das Aus noch in der Gruppenphase vor Erreichen des Achtelfinales. Und dies, obwohl van Gaal auf millionenschwere Neuzugänge zurückgreifen kann. Nach der letzten Blamage gegen Girondins Bordeaux werden nun neben der mittlerweile gewohnten Kritik allerdings auch Stimmen laut, die dem Niederländer Rückendeckung geben. Diese stellt jedoch nichts anderes dar als ein Hinauszögern der 'Trainerfrage'.
Besonders deutlich macht dies Franz Beckenbauer. Auch er teilte zunächst kräftig aus nach der Niederlage gegen Bordeaux: "Es ist mir ein bisschen zu viel Ballhalten. Vor 20 Jahren hat man das mal gemacht. Aber das ist natürlich auch furchtbar langweilig! Es nützt nichts, wenn ich hinterher sage, wir haben 70 Prozent Ballbesitz gehabt, aber das Spiel 2:0 verloren."
Nun schlägt van Gaal versöhnlichere Töne an, die aber dennoch einen klaren Zeitrahmen abstecken: "Ich glaube, unser Vorstand hat die Geduld - zumindest bis zur Winterpause. Wenn wir jetzt alle Spiele bis dahin verlieren, dann wird man sich auch von Seiten des Vorstands Gedanken machen."
Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben sich noch nicht zur Situation geäußert und wollen dies erst am Wochenende tun. Ob auch diese sich hinter den ehemaligen Hoffnungsträger van Gaal stellen, bleibt allerdings abzuwarten und hängt natürlich ab vom Ausgang des prestigeträchtigen Duells gegen FC Schalke 04 am kommenden Samstag.