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Sebastian Koch in 'Seewolf': 'Bin wie Wolf Larsen, nur nicht so brutal'

31.10.2009 Sebastian Koch als 'Seewolf': 'Bin wie Wolf Larsen, nur nicht so brutal'

ZDF zeigt zweiteilige Jack-London-Verfilmung

Schauspieler Sebastian Koch verkörpert im Zweiteiler 'Der Seewolf', der am 1. und 4. November im ZDF ausgestrahlt wird, den skrupellosen Kapitän Wolf Larsen, die Kultfgur aus dem gleichnamigen Jack-London-Klassiker. Dabei sind ihm einige Gemeinsamkeiten zu sich selbst aufgefallen.

Diesen Traum hegte er schon lange: Leinwand-Beau Sebastian Koch (47) hat für ZDF-Zweiteiler 'Der Seewolf' endlich einmal den inneren Seefahrer ausleben dürfen.

Schon in jungen Jahren habe ihn der Ruf des Meeres umgarnt, verrät der gebürtige Karlsruher im Gespräch mit der 'Deutschen Presse Agentur': "Mal zur See fahren, ja. Davon habe auch ich schon geträumt, vor allem, als ich in Hamburg war und ganz fasziniert auf den Hafen hinausstarrte. Aber dass ich einmal selbst auf einem Schiff dahinschippern würde, habe ich nicht zu hoffen gewagt."

Gegenüber dem People-Magazin 'Gala' bekräftigt der Darsteller, wieviel Freude ihm der Dreh gemacht hat: "Aber mit einem solch alten Kahn aufs Meer rauszufahren ist schon verdammt faszinierend. Das hat viel mit dem großen Abenteuertraum zu tun, der in jedem von uns schlummert."

Nicht einmal seekrank sei er geworden, enthüllt der Charakterdarsteller aus 'Valkyrie' und 'Black Box' gegenüber 'dpa' lachend, aber nicht ohne Stolz: "Wolf Larsen kotzt nicht. Aber im Ernst: Man muss sich einfach sehr konzentrieren, nicht mal eben unter Deck gehen, ein Buch lesen oder so. Ein todsicheres Rezept gibt es sicher nicht."

Besonders faszinierend an der filmischen und literarischen Gestalt Wolf Larsen findet der Schauspieler, dass sich in ihm die beiden unterschiedlichen Seiten des Menschen - das Intellektuelle und das Animalische - auf fast schon unheimliche Weise paaren und verquicken: "Ich glaube, seien wir ehrlich, in jedem von uns steckt ein Wolf Larsen mit seinem Traum, sich über Grenzen hinwegzusetzen und keine Rücksichten zu nehmen."

Dennoch beschleichen Sebastian Koch offenbar leise Zweifel, als er bekennt, von der Gewalttätigkeit seines Alter Egos im Streifen angeekelt zu sein: "Was seine Brutalität angeht: Nein, die ist mir denn doch sehr fremd. Hoffentlich."

Die schiere körperliche Herausforderung, die Strapazen des Seegangs auszuhalten, schildert der ausnahmsweise einmal mit Seemannsbart in Erscheinung tretende Mime gegenüber dem 'Kölner Stadt-Anzeiger' wie folgt: "Ich habe fünf Wochen lang meine Muskulatur aufgebaut, um zu erahnen, wie sich das anfühlen könnte. Und ich brauchte jeden Muskel, um den Seegang auszubalancieren."

Sebastian Kochs größtes Abenteuer in seinem Leben war es bisher jedoch, als Jugendlicher auf eigene Faust Europa zu erkunden, ergänzt er noch gegenüber 'Gala': "Am eindrucksvollsten waren für mich die Interrail-Touren, die ich als Teenager gemacht habe. Mit meinen Freunden bin ich kreuz und quer durch Europa gefahren. Wio bleibst du die Nacht, wie findest du dich in der fremden Stadt zurecht? Ich weiß noch, wie ich dieses Gefühl der Ungewissheit und diese Offenheit genossen habe."

In dem 1902 handelnden Streufen geht es zum die animalische Rivalität zwischen den beiden gnadenlosen Brüdern und Hochsee-Kapitänen Wolf und Death Larsen, die jeweils von San Francisco aus in See stechen und als erste die begehrten Robbenfanggründe Alaskas erreichen wollen. Der Dandy und Litarturkritiker Humphrey van Weyden heuert derweil unfreiwillig bei Wolf Larsen als Schiffsjunge an, und wird zum Zeugen sowohl der bestialischen Methoden, als auch der intellektuellen Klarsichtigkeit seines darwinistischen Vorgesetzten.

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