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30.10.2009 Currywurst als Giftdeponie? Greenpeace identifiziert 20 schädliche Chemikalien

Gewürze weisen Pestizidrückstände auf

Currypulver, mit dem die allseits beliebte Currywurst bestreut wird, geriet in den vergangenen Tagen in die Kritik der Medienberichte. Viele getrocknete Gewürze, enthalten einer Untersuchung von Greenpeace zufolge wahre Giftcocktails. Die Ergebnisse hätten sich seit dem Vorjahr nicht verbessert, so Greenpeace. Mehr als ein Viertel der 37 Proben stufte Greenpeace als "nicht empfehlenswert" ein.

"Mit einer Prise Paprika oder Curry, wie sie auf der Currywurst landet, streut man sich einen Giftcocktail von bis zu 20 verschiedenen Chemikalien aufs Essen", erklärte Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen am gestrigen Donnerstag in Hamburg. In einer Currypulver-Probe fanden die Experten gesundheitsgefährdende Stoffe wie das als Nervengift wirkende Chlorpyrifos-Ethyl sowie Carbendazim, das die Fortpflanzung beeinträchtige. Auch das Pestizid DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan), das in der Europäischen Union verbotenen ist, konnte in dieser Probe nachgewiesen werden.

Greenpeace warnte: "Belastungen bei Gewürzmischungen wie Currypulver sind ähnlich hoch wie bei Gewürzen, jedoch gibt es hierfür keine Grenzwerte." Die Organisation forderte von Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), möglichst schnell gesetzlich bindende Grenzwerte für Pestizide in Gewürzmischungen einzuführen.

In der Untersuchung zogen die Greenpeace-Spezialisten die von der EU festgelegten Höchstmengen als Bewertungsmaßstab heran. In Deutschland besteht derzeit keine gesetzliche Regelung. Auch getrocknete Petersilie der Eigenmarke 'Tipp' der Supermarktkette Real schnitt mit Verstoß gegen die europäischen, gesetzlichen Grenzwerte besonders schlecht im Test ab. Ein Real-Sprecher erklärte der Nachrichtenagentur 'AP': "Wir nehmen das sehr ernst und haben natürlich umgehend reagiert und das Produkt sofort aus dem Sortiment genommen."

Experten der Hamburger Lebensmitteluntersuchung und der Verbraucherzentrale beruhigten im 'Hamburger Abendblatt, dass bei geringem Verzehr der Gewürze keine Gefahr für die Gesundheit bestehe. Dennoch echauffierte sich ein Ernährungsberater der Verbraucherzentrale Hamburg gegenüber dem Lokalblatt: "Es ist ein Unding, dass in einer Curry-Probe das hochgiftige DDT gefunden wurde. Hier hat die Qualitätskontrolle des Anbieters versagt. Und natürlich kann es nicht sein, dass es für Curry - als Gewürzmischung - keine Grenzwerte gibt."

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