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Schwarz-Gelb: Stimmen aus Europa begrüßen den Wahlsieg

02.10.2009 Guido Westerwelle nach dem Englisch-Fauxpas: Außenministerium adé?

Aller Spass hat ein Ende

Die Spekulationen bezüglich der Ämterverteilung in der neuen Bundesregierung sind nur einige Tage nach dem Wahlsieg der Union und FDP in vollem Gange. Nach einem peinlichen Auftritt des Außenministers in spe, FDP-Chef Guido Westerwelle, mehren sich nun die Stimmen, aus der Tradition auszubrechen und das Amt des Außenministers nicht mehr für den junioren Koalitionspartner zu reservieren.

Ausgerechnet bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Bundestagswahl passierte Westerwelle ein möglicherweise folgenschweres Malheur. Ein BBC-Journalist bat ihn höflich seine Frage auf englisch stellen zu dürfen und auch eine englische Antwort zu bekommen. "Das ist Deutschland hier", erwiderte der FDP-Fraktionsvorsitzende kalt, gab dann doch eine Antwort, allerdings auf deutsch und in einem äußerst genervten Tonfall. Die anschließende Einladung zum Tee, bei der Westerwelle dem Reporter anbot, englisch zu sprechen, rettete den FDP-Politiker auch nicht mehr aus seinem peinlichen und alles andere als souveränen Auftritt.

Der 'Independent' empörte sich, das Ganze sei ein "Vorgeschmack auf ein neues teutonisches Selbstbewusstsein in internationalen Angelegenheiten." Doch Bettina Röhl von der 'Welt' verwarf die Vorwürfe und konterte: "Die BBC hat einen politischen Korrespondenten nach Deutschland geschickt, der kein deutsch kann. Zum Totlachen, liebe Engländer!" Jan Techau von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik verteidigte Westerwelle, der ein "schneller Lerner" sei. Immerhin sei er in den letzten Jahren im Amt gereift und seriöser geworden.

Die Frage des BBC-Journalisten bei der Pressekonferenz brachte den FDP-Fraktionschef nicht nur sprachlich ins Schwitzen. Der Reporter wollte wissen, was sich mit ihm als Außenminister auf internationaler Ebene verändern würde. Seine Antwort war eher einsilbig. Er hüllte sich hinsichtlich Ämterverteilung weiterhin in Schweigen und verwies inhaltlich lediglich auf das Parteiprogramm, ohne näher auf einzelne Punkte einzugehen.

Westerwelle hatte im Wahlkampf für ein besseres Steuersystem geworben. Parteiintern wird nun diskutiert, ob der FDP-Chef nicht doch lieber im Land bleiben und "Superminister", also Minister für Wirtschaft und Finanzen, werden sollte. Von der anderen Koalitionsseite äußerte sich Peter Gauweiler (CSU) in der 'Süddeutschen Zeitung': "Am wichtigsten ist nun, dass wir die versprochenen Steuersenkungen umsetzen. Deshalb sollte Westerwelle auch Finanzminister werden, nicht Außenminister." Mit dem gleichen O-Ton erklärte Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler, der 'Bild'-Zeitung: "Als Superminister für Finanzen und Wirtschaft könnte Guido Westerwelle viel besser seinen steuer- und finanzpolitischen Sachverstand einbringen."

Die CSU könnte den Verlust des Wirtschaftsministeriums sicherlich verkraften, kommentierte das Boulevardblatt, wenn die bayerische Schwesterpartei der CDU das Außenministerium zugesichert bekäme. Momentan ist Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der bei der Bundestagswahl absoluter Gewinner der Erststimmen war, Wirtschaftsminister. Der CSU-Star bewies allerdings bereits in der Vergangenheit, dass er auch in der Öffentlichkeit der englischen Sprache mächtig ist, was ihn möglicherweise eher zum Außenminister qualifiziert als Westerwelle.

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