Der FC Bayern München hat den Spaniern von Real Madrid über sein Sportdirektor Uli Hoeneß offenbar ein Ultimatum gestellt: Sollten die Madrilener bis zum 16. Juli keine 80 Millionen Euro für den Star-Franzosen Franck Ribery geboten haben, werden die Entscheider an der Säbener Straße die Transfersaison zwei Wochen früher als der Rest der europäischen Mannschaften für beendet erklären: Der Grund: Dann beginnt das Trainingslager in Donaueschingen, und Hoeneß und Co wollen dann keine Unruhe mehr im Team.
In den vergangenen Tagen war es bei dem französischen Mittelfeldspieler infolge der schon seit Wochen anhaltenden grassierenden Spekulationen um seinen eventuellen Wechsel nach Madrid zu einem deutlich erkennbaren Motivativationstief gekommen. Auf der einen Seite steht der erklärte Wechselwille des Kicker-Stars, auf der anderen Seite die harte Haltung des Vereinsmanagements, das ihn nur im Gegenzug für einen Rekordbetrag von der Leine lassen will.
Bereits am zweiten Trainingstag vergangene Woche hatte Ribery die Fitness-Arbeit abgebrochen, und eine Blase am Fuß als Grund angegeben. Beobachter beschreiben sein Engagement als zunehmend lustlos und undiszipliniert. Bayern-Kapitän beschrieb die Stimmung in der Mannschaft gegenüber der 'Bild'-Zeitung wie folgt: "Es ist ein Problem für den Trainer, für den Verein und für uns. Das Beste wäre es natürlich, wenn so schnell wie möglich eine Entscheidung fällt. Aber das Thema muss Franck mit Trainer und Vorstand klären."
Gegenüber der Münchner 'tz' bringt der Franzose selbst seine Haltung wie folgt zum Ausdruck: "Man muss jetzt einfach abwarten und falls es ein Angebot gibt, sich unterhalten. Ich habe aber nie gesagt, dass ich unbedingt weg will. Meine Mentalität ist es, immer Gas zu geben." Im Gespräch mit 'Sport Bild Online' hatte Vereinspräsident Karlheinz Rummenigge das anhaltende Transfertheater aus völlig anderer Perspektive so resümiert: "Bisher hat ein Club mal ein Angebot gemacht. Und der heißt nicht Real Madrid. Wir pokern nicht. Wir wollen den Spieler behalten. Real hat uns mehrmals um Gespräche gebeten. Diese Tür haben wir nicht einmal einen Spalt aufgemacht."
Eine kalte Dusche hatte Franck Ribery und den Real-Fans auch Uli Hoeneß am 1. Juli auf der Pressekonferenz zur Vorstellung seines neuen Trainers Louis van Gaal verpasst: "Die rechte Hand von Perez hat das eine oder andere Mal angerufen. Da habe ich ihn gefragt, ob er das Spiel Monopoly kennt und ihm erklärt, dass es ein deutsches Spiel ist, das Kinder und Erwachsene gerne spielen. Ich habe ihm gesagt, dass der FC Bayern vor zwei Jahren die Schlossallee gekauft hat. Und vier Hotels drauf gebaut hat. Diese Schlossallee gibt man nur her, wenn man in Not oder pleite ist."
Daher nun die Ansage, dass nachdem Real Madrid diesen Sommer bereits 94 Millionen für Cristiano Ronaldo und 65 Millionen für Milan-As Kaka berappt hat, nun mindestens 80 Millionen für Franck Ribery drin sein müssen. Ob sich die Real-Oberen dieser harten Haltung jedoch beugen werden, steht weiterhin in den Sternen.
Tebatebai (08.07.2009 08:04)Konsorten?
Hallo Herr Sondermann, ist die Wendung "Hoeneß und Konsorten" wirklich Teil einer seriösen Berichterstattung? Oder können Sie sich dies in der Süddeutschen oder anderen Blättern vorstellen? Vielen Dank.