Die Ärztefachzeitschrift "The Lancet" hat diese Woche eine dreiteilige Serie zum weltweiten Alkoholproblem veröffentlicht. Ungefähr vier Prozent aller weltweiten Todesfälle seien dem Konsum des Rauschmittels zuzuschreiben. In Europa steigt dieser Anteil jedoch auf besorgniserregende 11 Prozent, während in Russland sogar jeder zweite erwachsene Mann am Alkohol zu Grunde gehe.
Wie die Statistik zeigt, trinken Deutsche durchschnittlich zwölf bis fünfzehn Liter reinen Alkohol pro Jahr; das sind circa 35-40 ml täglich und damit schon genug, um langfristig die Gesundheit zu schädigen. Dabei ist zu beachten, dass sich diese Menge nicht gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilt, sondern in bestimmten Schichten deutlich höher liegt.
Doch nicht nur Deutsche sind von dem gesundheitsschädigenden besonders betroffen: Eine zusätzliche weitere ‚Lancet'-Studie hat den Tod von knapp 49.000 Russen in einem Zeitraum von zehn Jahrenins Visier genommen. David Zaridze, führender Autor der Analyse, kommt zu dem Schluss, dass der Alkohol seit 1987 rund drei Millionen Russen das Leben gekostet hat. "Dieser Verlust ist ähnlich wie der eines Krieges", sagte er. Faktisch bedeutet die Schätzung, dass mehr als die Hälfte der Todesfälle unter Männern zwischen 15 und 54 auf exzessiven Alkoholkonsum zurückzuführen ist.
Mehr als ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts müssen gut entwickelte Länder für Kosten aufbringen, die dem Alkoholkonsum zuzuschreiben sind. Außerdem fördert übermäßiges Trinken zahllose Krankheiten wie Krebs, Leberschäden und Kreislaufbeschwerden. Europa hat die größte Menge an Alkoholtoten, die bei Männern den Spitzenwert von 11% aller Todesfälle erreicht. Diese Kosten, Krankheitserscheinungen und Sterberaten seien unnötig hoch und vermeidbar, so "The Lancet".
Experten fordern ein rasches Handeln der internationalen Gemeinschaft, da der weltweite Alkoholkonsum immer weiter zunimmt. "Faktoren, die einen Fortschritt behindern, schließen Versagen des politischen Willens und die nutzlose Beteiligung der Alkoholindustrie an politischen Prozessen ein", kritisieren die Forscher. Eine internationale Übereinkunft zur Kontrolle der Alkoholindustrie sei unentbehrlich.
"The Lancet" (engl. "lancet": Lanzette, ein medizinisches Instrument) ist ein Medizinerfachblatt, das Elsevier, einer der weltgrößten Herausgeber für Wissenschaftsliteratur, einmal wöchentlich veröffentlicht. Die Zeitschrift genießt in Fachkreisen weltweit ein hohes Ansehen und blickt auf eine lange Tradition bis zu ihrer Gründung im Jahr 1823 zurück.
Silberdistel (26.06.2009 20:02)Andere Alkoholrechnung ?
Man(n) kommt ins nachdenken.....
Jeder zehnte Europäer und jeder zweite Russe ... ?
Aber ...
Hätte es ohne Alkohol je eine solche Zunahme von Homo Sapiens gegeben, wenn ER ( oder SIE ) nicht mit jedem Schluck "schöner" geworden wäre ...???
Denn wie lautet schon ein Ur - alter Brauspruch :
"Hopfen und Malz ... erleichtern die Balz".
Jawolll & Prost & Hicks