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12.01.2009 Prinz Harry macht mit rassistischem Ausfall gegen 'Kameltreiber' von sich reden

Von Pöbels Gnaden?

Weil die Nummer drei in der britischen Thronfolge angeblich Schimpfworte wie "Paki" und "raghead" in seinen königlichen Mund gelegt hat, zeigen sich die Landsleute von Prinz Harry schockiert. Während Oppositionsführer David Cameron den Vorfall als "vollkommen inakzeptabel" einstufte, versicherte das Verteidigungsministerium, den neuerlichen Fehltritt des jungen Prinzen "sehr ernst" zu nehmen. Nur eine hielt sich wohlweislich zurück: Königin Elisabeth II. hat es wohl die Sprache verschlagen.

Die Anstoß erregenden Ausdrücke sollen bereits vor drei Jahren auf dem Weg zu einem Einsatz auf die Mittelmeerinsel Zypern gefallen sein. In einem Warteraum am Flughafen sprach Prinz Harry angeblich von "unserem kleinen Paki-Freund" und verwies mit dem verpönten Ausdruck auf einen seiner pakistanischen Kollegen aus der Militärakademie Sandhurst, die der britische Thronfolger Nummer drei von 2005 bis 2007 besucht hatte. Die Bezeichnung 'Paki' gilt in Großbritannien als deklassierender Ausdruck für Pakistaner. Der kleine Faux Pas des zu Skandalen neigenden Monarchenkindes war unglücklicherweise von dem Prinzen selbst auf Video aufgenommen worden, wie die britische Zeitung 'News of the World' am Sonntag berichtete. Noch ist unklar, wie die Zeitung an das Beweismaterial gelangte.

Außerdem soll der zweite Sohn von Prinz Charles und der verstorbenen Prinzessin Diana das Wort 'raghead' in den Mund genommen haben. Dieser Begriff wiederum wird abwertend für die Bevölkerungsgruppe der Araber verwendet und bedeutet sinngemäß "Turbanträger" oder "Kameltreiber". Neben Muslimen reagierte die britische Öffentlichkeit gereizt auf die empörenden Neuigkeiten seitens des 24-jährigen Offiziersanwärters. Oppositionsführer David Cameron brüskierte sich öffentlich über die "vollkommen inakzeptable" Wortwahl und die britische Menschenrechtskommission bezeichnete die gefallenen Äußerungen als "beunruhigend". Das Verteidigungsministerium erklärte, es nehme den Fall sehr ernst und toleriere das inadäquate Verhalten keinesfalls.

Das Büro der beiden britischen Prinzen, St. James's Palace, hatte am Sonnabend eine Erklärung veröffentlicht und damit den Vorfall indirekt bestätigt. In der Erklärung hieß es, der jüngere Bruder von Prinz William bitte um Entschuldigung, seine Kommentare seien nicht böswillig gemeint und der Prinz sei sich durchaus bewusst, wie verletzend der Ausdruck „Paki" sein könne. Harry habe seinen Freund Achmed Raza Khan, der nach Abschluss seiner Militärausbildung in Sandhurst 2006 nun in der pakistanischen Armee dient und von Queen Elisabeth als bester ausländischer Kadett geehrt worden war, nicht beleidigen wollen. Die Familie des als „Paki" bezeichneten Kameraden reagierte erbost. Der Vater echauffierte sich dem Sender BBC gegenüber: „Wir erwarten wirklich Besseres von der königlichen Familie." Das Prinzenbüro bemühte sich weiterhin, die Wogen zu glätten und erklärte, den Ausdruck „raghead" habe Harry auf irakische Aufständische und Taliban bezogen.

Das blaue Blut kommt aller Voraussicht nach glimpflich davon. Statt disziplinarischer Maßnahmen oder einer Degradierung in der militärischen Hierarchie scheint den unbedachten Äußerungen nur eine Strafpredigt seitens der militärischen Vorgesetzten auf den Fuß gefolgt zu sein, wie mehrere britische Zeitungen meldeten. Dabei war es dem ungestümen Rotschopf angerechnet worden, dass er sich entschuldigt habe, die Bemerkungen bereits aus dem Jahr 2006 stammten und er seither einen überdurchschnittlich guten Werdegang bei den Streitkräften vorweisen konnte.

Für das Königshaus dürfte der jüngste Vorfall jedoch der nächste große Tropfen in dem sich füllenden Skandalfass des aufsehenerregenden Sprösslings sein. Zuletzt war der seit 2004 mit der Millionärstochter Chelsy Davy liierte Revolutionär mit Cannabis- und übermäßigem Alkoholkonsum und dem Besuch einer Kostümparty in einem Nazigewand mit Hakenkreuz-Armbinde aufgefallen. Die abenteuerlichen Eskapaden trugen dem leidenschaftlichen Polospieler den zweifelhaften Namen „Dirty Harry" ein. Mit einem Kurzeinsatz bei den britischen Truppen in Afghanistan sollte sein in Schieflage geratenes Image in der Öffentlichkeit wieder aufpoliert werden.

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