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Pressestimmen: ‚Sri Lanka vor dem Bürgerkrieg’

09.01.2009 Sri Lanka: Armee und Rebellen kämpfen um strategisch wichtigen Elefantenpass

Schmutziger Krieg erneut am Start

Bei einem Bombenanschlag auf einen Minibus in Sri Lanka sind sieben Menschen am heutigen Freitag getötet worden. Die Regierung der Insel im Indischen Ozean, die bis 1972 unter dem Namen Ceylon bekannt war, erklärte die Mitglieder der Rebellenorganisation LTTE für das blutige Bombenattentat verantwortlich. Die sogenannten Befreiungstiger von Talem Eelam bekannten sich nicht zu der Explosion. Das Militär und die Rebellen befinden sich derzeit in den heftigsten Kämpfen seit Ausbruch des Konflikts vor 36 Jahren.

Medienberichten zufolge fielen der Explosion im nördlichen Morawewa drei Militärangehörige sowie vier Zivilisten zum Opfer, sechs weitere Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Armee fuhr ein Bus mit Zivilisten, der von Sicherheitskräften begleitet wurde, im Bezirk Trincomalee auf eine Mine. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Regierungsvertreter erklärten die Rebellenorganisation der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) zu den Verantwortlichen des Anschlags. Das Bombenattentat solle vom Vorrücken der Armee gegen Rebellenstellungen ablenken, vermutete ein Militärsprecher. Tamilische Rebellen kämpfen seit 36 Jahren für einen eigenen Staat im Norden Sri Lankas.

Derzeit sind die Regierungstruppen und die gegnerischen Rebelleneinheiten in schweren Auseinandersetzungen um den strategisch wichtigen Elefanten-Pass verwickelt, der als einziger landseitiger Zugang die Halbinsel Jaffa mit dem Festland verbindet. Nach Mahinda Rajapaksa, dem Präsidenten Sri Lankas, hätten seine Truppen den Pass am heutigen Freitag erobert, der zudem als ein wichtiger ehemaliger Armeestützpunkt der Regierung gilt und dessen Verlust an die Rebellen im Jahr 2000 eine demütigende Niederlage für das Militär bedeutete. Der srilankische Regierungschef sprach von einem „historischen Sieg".

Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) seien vollständig vom Elefanten-Pass vertrieben worden. Die Sicherheitskräfte der Regierung seien zudem dabei, die Kontrolle über das dahinter liegende Gebiet zu gewinnen, teilte Rajapakse in einer Fernsehansprache mit. Den Angaben der Regierung zufolge waren die Soldaten seit Dienstag von Norden und Süden auf die Landzunge vorgerückt. Militärflugzeuge hätten zudem auch zwei große Schiffe der Rebellen östlich des Elefantenpasses zerstört.

Wenige Stunden zuvor hatte ein Militärsprecher bestätigt, dass die Armee die nur wenige Kilometer vom Elefanten-Pass entfernten Städte Pallai und Sorampattu unter ihre Kontrolle gebracht habe. Der seit 2000 von Rebellen kontrollierte Norden des Landes könnte nun wieder in die Hände der Regierung übergehen. Die de-facto-Hauptstadt der Rebellen, Kilinochchi, und weitere wichtige Stützpunkte der Aufständischen waren bereits letzte Woche von der srilankischen Armee bei einer groß angelegten Militäroffensive eingenommen worden. So zahlreiche Gebietsgewinne wie in jüngster Zeit konnte das Militär seit langem nicht mehr in dem seit einem Vierteljahrhundert andauernden Bürgerkrieg erzielen.

Am Mittwoch hatte die Regierung von Sri Lanka die Rebellenorganisation formal verbieten lassen. Die hinduistischen Tamilen kämpfen seit 1972 für einen unabhängigen Staat im Norden Sri Lankas. In dem Konflikt sind bislang mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen. Die LTTE-Rebellen werfen den politisch dominierenden Singhalesen vor, die ethnische Minderheit der Tamilen zu benachteiligen. In Sri Lanka stellen die buddhistischen Singhalesen 75 Prozent der Bevölkerung. Auf dem Inselstaat im Indischen Ozean leben derzeit 20 Millionen Menschen.

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