Zumindest offiziell ist der Streit zwischen Bundestrainer Joachim Löw und seinem Kapitän Michael Ballack ausgeräumt. Am heutigen Freitag wurde eine Erklärung herausgegeben, in der die Ergebnisse des Vier-Augen-Gesprächs vom Donnerstagabend bekannt gegeben wurden. Kurz zusammengefasst: Ballack bleibt Nationalspieler, und auch Kapitän. Trotzdem wahrt Löw sein Gesicht.
„Es war wichtig, dass wir dieses Gespräch in aller Offenheit geführt haben. Michael Ballack bleibt mein Kapitän. Aber auch als Kapitän muss er sich an unsere Regeln halten", hieß es in der offiziellen Mitteilung von Joachim Löw. Er habe Ballack deutlich gemacht, dass das Trainerteam allein für personelle Entscheidungen verantwortlich sei, so der Bundestrainer. „Ich freue mich, dass damit ein hervorragender Nationalspieler, der in den vergangenen Jahren großen Anteil an unseren Erfolgen hatte, weiter zur Verfügung steht und uns helfen wird, die gesetzten Ziele auf dem Weg zur WM 2010 zu erreichen."
Ballack zeigte sich in seiner öffentlichen Erklärung reumütig: „Ich habe eingesehen, dass es nicht in Ordnung war, an die Öffentlichkeit zu gehen, und bedauere auch, dass der Eindruck entstanden ist, ich wolle Joachim Löw in seiner Position als Bundestrainer kritisieren. Dafür habe ich mich bei Joachim Löw entschuldigt. Er ist der Bundestrainer, er trifft die Entscheidungen und diese haben wir alle zu akzeptieren." Der 31-Jährige erklärte, er habe nach dem Gespräch keine Zweifel daran, dass er mit Löw gemeinsam die gesteckten Ziele erreichen kann.
Damit ging der Machtkampf im Nationalteam unentschieden aus. Ballack behält seinen Status als Führungs- und Nationalspieler. Der Bundestrainer hingegen behält seine Autorität, und muss sich nicht vorwerfen lassen, vor seinem Star gekuscht zu haben. Trotzdem stehen beide ab jetzt unter besonderer Beobachtung. Von Ballack wird zweifelsohne erwartet werden, dass er mit guter Leistung vorangeht. Bei Löw wird jede Personalentscheidung nun doppelt analysiert werden.