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Wieder ein Inder: Aravind Adiga holt sich den Booker-Preis

16.10.2008 Wieder ein Inder: Aravind Adiga holt sich den Booker-Preis

'In vielerlei Hinsicht perfekt'

Der 33-jährige indische Autor Aravind Adiga hat am gestrigen Mittwoch den renommierten Booker Prize für sein Erstlingswerk 'Der weiße Tiger' bekommen. Der Roman handelt von einem armen jungen Mann aus einem Dorf in Indien, der durch List, Schlauheit und einem Mord zum erfolgreichen Unternehmer wird, und den sozialen Aufstieg schafft. Über das in Briefform gehaltene Werk schafft Adiga es, den Bogen zwischen dem alten, ländlichen Indien und dem neuen Indien des Wirtschaftswunders zu spannen.

Die Jury in London teilte über ihren Vorsitzenden Michael Portillo mit, dass der Roman den mit 50.000 Pfund (64.000 Euro) dotierten Preis erhalten habe, da es gleichermaßen schockiere und unterhalte. Sein Roman zeige die "dunkle Seite Indiens" und sei "in vielerlei Hinsicht perfekt". In der Urteilsbegründung hieß es, die drückenden sozialen Probleme und globalen Entwicklungen würden mit "erstaunlichem Humor" beschrieben. Bemerkenswert ist, dass der Vorsitzende der Jury sich vom früheren Verteidigungsminister zum Journalisten wandelte.

Aravind Adiga wollte seinerseits hingegen bereits als Kind Schriftsteller werden. Er studierte englische Literatur in Oxford und an der Columbia Universität in New York und arbeitete anschließend als Wirtschaftsjournalist unter anderem für das 'Time'- Magazin und die 'Financial Times' in Indien. Eine erste Fassung des Romans hatte der 1974 im südindischen Madras Geborene bereits 2005 fertiggestellt, legte ihn jedoch noch zur weiteren Überarbeitung auf die Seite. Erst im Januar 2007 vollendete er seinen Roman. Die Inspiration dafür habe er aus seinen Reisen durch Indiens Bahnhöfe, Busstände, Dienstbotenunterkünfte und Slums geschöpft, so der Preisträger.

Der Booker Prize ist einer der wichtigsten Preise der englischssprachigen Literatur und wird seit 1969 jedes Jahr an Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Großbritannien, Irland und dem Commonwealth vergeben, die im Bereich Belletristik Herausragendes zur Weltliteratur beitragen. Im Jahre 2005 ist zudem noch der mit 60.000 Pfund dotierte Man Booker International Prize ind Leben gerufen worden, der Autoren beliebiger Nationalität für ihre auf Englisch verfügbaren Werke auszeichnet.

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