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Joachim Löw und Jungs gegen Rumänien: Mehr als ein Freundschaftsspiel

11.10.2008 WM-Quali: Deutschland gegen Russland - die Defensive muss stehen

Löw setzt auf Veränderungen

Am morgigen Abend steigt im Dortmunder Westfalenstadion das so wichtige WM-Qualifikationsspiel gegen Russland. Dabei wird Renè Adler sein Debüt geben, nachdem sich Robert Enke ausgerechnet einen Khanbeinbruch zugezogen hatte. Der Hannoveraner wird voraussichtlich neun Wochen ausfallen. Damit erhält der Kampf um die Nummer 1 im DFB-Team eine neue Brisanz. Doch auch auf anderen Positionen ist Joachim Löw zufolge die Konkurrenz groß: "Niemand hat eine Stammplatzgarantie", erklärte der Bundestrainer vor den beiden wichtigen EM-Quali-Spielen gegen Russland und Wales.

Damit der erst 23-Jährige Renè Adler bei seinem Debüt im DFB-Tor nicht gleich eine Packung bekommt, hat Löw in den letzten Tagen vor allem an der Defensivbewegung des Teams gearbeitet. Gegen die eigentlich nicht als Sturmmonster bekannten Finnen bekam die deutsche Mannschaft drei Gegentreffer eingeschenkt: "So etwas darf uns gegen Russland nicht wieder passieren", fordert der Bundestrainer. Doch wer gegen die „dynamischen Russen" auflaufen wird, weiß Löw noch nicht sicher. Aller Voraussicht nach  wird der wiedergenesene Per Mertesacker das Abwehrzentrum bilden, wer neben ihm spielt steht bislang noch nicht fest. „Per hat gut zurückgefunden und ist wieder eine wichtige Stütze unserer Viererkette", meint zumindest sein Bremer Sportdirektor Klaus Allofs.

Die Defensive ist der Schlüssel zum Spiel: Frings fordert die richtige Einstellung

Doch die Konkurrenz ist groß. Sowohl der bei Schalke 04 im Mittelfeld eingesetzte Heiko Westermann als auch Serdar Tasci, die zuletzt drei Spiele in Folge die deutsche Innenverteidigung gebildet hatten, wollen ihre Plätze nicht kampflos preisgeben. Auch Arne Friedrich hofft auf einen Einsatz in der Viererkette. Nur Christoph Metzelder, der bei der EM mit seiner Behäbigkeit für viel Gefahr vor dem eigenen Tor gesorgt hatte und mittlerweile bei seinem Heimatverein Real Madrid oft sogar nur auf der Tribüne sitzt, ist aus der Verlosung wohl schon länger ausgeschieden.

Auch im Mittelfeld könnte es im Vergleich zur letzten Partie gegen Finnland größere Veränderungen geben. Michael Ballack ist nach seiner Verletzung ebenso wie Torsten Frings wieder einsatzbereit. Dafür werden wohl Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes ihre Plätze in der Zentrale räumen müssen. Über die Flügel hingegen setzt Löw auf Altbewährtes: Neben Bastian Schweinsteiger wird wohl Piotr Trochowski für die nötigen Offensivakzente sorgen. Im Sturm hingegen bahnt sich eine Wachablösung an. Neben dem gesetzten Miro Klose wird wohl nicht dessen Mannschaftskollege Lukas Podolski von Beginn an auflaufen, sondern Patrick Helmes von Bayer Leverkusen. Der mit sieben Ligatreffern bislang beste Nationalstürmer soll damit auch den Vorzug vor Mario Gomez und Kevin Kuranyi bekommen.

Mittelfeldmotor Frings gibt aber nicht allzu viel auf die anstehenden Veränderungen in der Aufstellung. Viel wichtiger ist demnach die Einstellung: „Ganz egal wer spielt, wir dürfen den Russen keinen Platz lassen". Auch seine Kontrahenten um den Platz vor der Abwehr versucht der Altmeister anzustacheln: „Da muss was kommen, nicht nur Reden", erwiderte der Bremer auf die verbalen Ambitionen von Thomas Hitzlsperger bald für eine Wachablösung im Mittelfeld zu sorgen. Außerdem muss die ganze Mannschaft zusammen helfen, wenn sie nicht wieder drei Tore kassieren will, erklärte Frings weiter: „Die Defensivarbeit beginnt gegen Russland schon bei den Stürmern."

Adler blickt stoisch ruhig auf sein Debüt in der Nationalelf


Unterdessen ist Debütant Adler stoisch ruhig vor dem Russland-Spiel. Als Torhüter müsse man sich eben auf solche Situationen einstellen können, erklärte der Leverkusener Tormann nach der Entscheidung von Löw für ihn und gegen Tim Wiese. Zuvor hatte sich die eigentliche Nummer 1, Robert Enke, an der Hand verletzt und fällt nun für acht bis zehn Wochen aus. „Er ist momentan einen kleinen Schritt voraus", hatte Löw noch vor Wochenfrist den Hannover-Torwart bevorzugt. Doch nun, nach dessen Ausfall, steht Adler bereit.

Dennoch kann Enke einem Leid tun. Nach der Verletzung von Adler zu Beginn der Saison, stand  der 32-Jährige in den ersten Spielen nach der EM stets von Beginn an im Tor. Nach zwei weiteren guten Leistungen gegen Russland und Wales hätte der von Löw ausgerufene Kampf um die Torwartposition schon wieder vorbei sein müssen. Doch im Fußball geht nicht nur alles sehr schnell, sondern meistens kommt es auch anders als gedacht: So profitiert nun Adler von der Verletzung von Enke, auch wenn den 23-Jährigen schon beinahe ein schlechtes Gewissen plagt: „Es tut mir Leid für Robert, wir verstehen uns auch privat sehr gut." Doch der Neuling ist schon jetzt ein echter Fußballprofi und kennt das Geschäft: „Im Fußball ist es nun mal so, dass man auch durch Rote Karten oder Verletzungen von anderen seine Chance bekommt."

Am Ende bleibt nur zu hoffen, dass die deutsche Defensive gegen die starken Russen auch hält und Adler bei seinem Debüt nicht zur Schießbudenfigur wird. Sonst wäre der leichte Vorteil gegenüber Enke schnell dahin.





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