Das Schicksal des in Nevada verschollenen Abenteurers Steve Fossett gibt weiterhin Anlass für Spekulationen. Ein Gericht hatte den Millionär im vergangenen Februar für tot erklärt. Fossett war im September letzten Jahres spurlos verschwunden. Dennoch scheint es, als wollten einige die Ermittlungen neu aufrollen. Derweil bestreitet Fossetts Witwe Peggy Viehland heftig aufkommende Gerüchte, ihr Mann habe den Tod nur inszeniert.
Der 63-jährige Weltumrundungs-Rekordhalter war im September 2007 während eines Übungsfluges über der Wüste Nevadas verschollen. In einer großangelegten Suchaktion, an der 60 Maschinen und Spezialhelikopter beteiligt waren, durchkämmten die Helfer wochenlang die Wüste im Umkreis von rund 52.000 Quadratkilometern. Die Nachforschungen blieben jedoch ohne Erfolg. Nach einem Monat stellten die Behörden die Suche ein. Auf Antrag von Peggy Viehland hatte ein Gericht den Abenteurer am 15. Februar dieses Jahres für tot erklärt. Die Umstände seines Verschwindens blieben jedoch weiterhin ungeklärt.
Die Sache jedoch scheint noch nicht beendet zu sein. Britischen Medienberichten zufolge laufen derzeit trotz des gerichtlichen Schlussstrichs neue private Untersuchungen. Die Ermittlungen drehen sich unter anderem um ein „verborgenes Doppelleben" Fossetts. Momentan prüfen die Behören, „warum er verschwunden ist" und welche Vorgeschichte das gehabt haben könnte, äußerte ein Informant. „Da könnte es Enthüllungen geben."
Zu Wochenbeginn berichteten britische Zeitungen, der Abenteurer „könnte den eigenen Tod vorgetäuscht haben". Möglicherweise habe Fossett sein Verschwinden aufgrund „persönlicher Probleme" oder finanzieller Sorgen nur inszeniert. Außerdem habe der Millionär mindestens eine Geliebte gehabt. Der 'Telegraph' wies auf eine Reihe von Anomalitäten hin. Fossett habe einen angestellten Piloten gebeten, sein Flugzeug startklar zu machen. Das erledigte der Abenteurer normalerweise selbst. Zudem habe Fossett keine Notfallausrüstung dabei gehabt.
US-Privatdetektiv Paul Ciolino bestätige, dass er für den Fall engagiert sei, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern. „Meine einzige Beteiligung war, dass ich einige Zeugen ausfindig gemach habe." Ciolino hat sich im Zusammenhang mit Freisprüchen von zu Unrecht Verurteilten Häftlingen einen Namen gemacht.
Die britischen Zeitungen beriefen sich in ihren Berichten auf zwei Quellen. Cynthia Ryan, Majorin der Civil Air Patrol (CAP) hatte die Suche geleitet. „Ich mache diese Such-und Rettungssache seit 14 Jahren. Fossett hätte einfach gefunden werden müssen. Es ist nicht so, dass wir unsere Augen nicht geöffnet haben. Wir haben sechs andere Flugzeuge gefunden, während wir nach ihm suchten", zitierte der „Telegraph" die Rettungsleiterin. Den Fall untersucht hat auch der private Gutachter Robert Davis. „Ich habe herausgefunden, dass es absolut keinen Beweis dafür gibt, dass Steve Fossett tatsächlich tot ist", so Davis.
Doch sowohl Ryan als auch Davis distanzierten sich indessen von den Aussagen. „Alles was wir wissen ist, dass ein Flugzeug und ein Mann vermisst werden", erklärte der Gutachter. Auch Ryan widersprach den Berichten der britischen Medien. „Ihre Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden."
Die Witwe Peggy Viehland ließ derweil über ihren Anwalt erklären, sie sei „zutiefst bestürzt" über die „grundlosen" Spekulationen. „Die Behauptung in diesen Berichten widersprechen den relevanten Fakten zu Mr. Fossetts Tod", so der Anwalt. Das Gericht habe ihn aufgrund „sehr glaubhafter" Zeugenaussagen für tot erklärt. Außerdem habe die Witwe „keine Kenntnis" von einer Lebensversicherung in Höhe von 25 Millionen Pfund. „Keine solche Police trat während der Anhörung zu Tage."
Fossetts Erbe beträgt Schätzungen zufolge weit mehr als 10 Millionen Dollar. Medien berichteten, dass der Abenteurer zusätzlich eine Lebensversicherung über 25 Millionen Pfund abgeschlossen hatte. Deshalb habe die Versicherung angeblich den Fall nochmals überprüfen lassen. Das Unternehmen wollte jedoch keinen Kommentar zu den Berichten abgeben.
Die mysteriösen Umstände des Verschwindens des Millionärs hatten schon mehrmals heftige Spekulationen ausgelöst. Dennis Bunch, einer der Beteiligten an der Suche, äußerte schon im vergangenen Jahr den Verdacht: „Vielleicht haben wir ihn nicht gefunden, weil er nicht gefunden werden will."