Rund zwei Monate nach der Tat ist der tödliche Holzklotz-Wurf von einer Autobahnbrücke endlich aufgeklärt. Dem Vorfall war eine 33-jährige Mutter im Beisein ihrer Angehörigen zum Opfer gefallen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, hat ein 30-jähriger Mann kasachischer Herkunft, Nikolai H., die Tat am vergangenen Mittwoch gestanden. Der Ehemann der getöteten Olga K. versucht indessen, mit seinen Kindern das Geschehen zu verarbeiten.
Seit Monaten hatte die Polizei nach dem Mörder der zweifachen Mutter Olga K. gefahndet. Die 33-jährige Frau war am Ostersonntag auf der A 29 nahe Oldenburg in Niedersachsen mit einem sechs Kilogramm schweren Holzklotz von einer Autobahn-Brücke beworfen worden und auf der Stelle gestorben. Der Verdächtige Nikolai H. ist am gestrigen frühen Morgen von Mitgliedern der Ermittlungsgruppe ‚Brücke' in seinem Haus in der kleinen Gemeinde Rastede bei Oldenburg festgenommen worden. Bereits am gleichen Tag gestand der 30-Jährige die Tat. Der mutmaßliche Täter sitzt nun in Untersuchungshaft. Ihm wird heimtückischer Mord und vorsätzlicher gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.
Die Verdachtsmomente gegen den aus Kasachstan stammenden Mann hatten sich bereits zuvor erhärtet. Von mehreren Medienberichten bezüglich eines möglichen Massengentests erschrocken, meldete sich der 30-Jährige bereits wenige Tage nach der Tat bei der Polizei als Zeuge. Nikolai H. berichtete, er habe den Holzklotz auf der Autobahnbrücke gesehen, und ihn von der Fahrbahn geräumt. Seitdem galt der drogenabhängige Mann bei der Polizei als verdächtig.
Ein Gutachten hat indessen ergeben, dass der Holzklotz mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Garten des 30-jährigen Nikolaj H. stammt. Rekonstruktionen des Tathergangs zufolge brachte der Verdächtige einen sechs Kilo schweren Holzklotz von zu Hause mit, und ihn bei vollem Bewusstsein von der Brücke geworfen. Der 30-Jährige soll nun auch im Laufe der ersten Vernehmungen angegeben haben, dass er allein und aus Frust gehandelt habe. Seine Lebenssituation habe ihn total fertig gemacht.
„Insbesondere die Beweggründe des Täters sind für die rechtliche Einordnung von besonderer Bedeutung", kündigte der Sprecher der Oldenburger Staatsanwaltschaft, Stefan Schmidt, am vergangenen Donnerstag an. Ob hinter der Tat konkrete Absichten standen, wollen die Ermittler prüfen. Auch suchten die Beamten weiter nach einer Jugendgruppe, auf die mehrere Zeugen unabhängig voneinander hingewiesen hatten. Die Jugendlichen müssen noch als Zeugen vernommen werden.
Die Familie des Opfers äußerte sich indessen für die Festnahme des mutmaßlichen Täters sehr dankbar, sie lobte die erfolgreiche Arbeit der Ermittler sowie den rücksichtsvollen Umgang mit den erhaltenen Informationen. Der Ehemann der 33-Jährigen getöteten Olga K. will nun im Rahmen des bevorstehenden Strafverfahrens als Nebenkläger auftreten. Zudem werden gegen Nikolai H. voraussichtlich auch zivilrechtliche Ansprüche auf Unterhaltsforderungen, Schmerzensgeld und Schockschäden gestellt.