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McCann-Freundin im Fall Maddie überzeugt: 'Ich sah Madeleines Entführer'

30.04.2008 Fall Madeleine McCann: Maddie-Eltern bereuen Tapas-Essen am Tatabend

Große Trauer am ersten Jahrestag

Ein Jahr nach der mutmaßlichen Entführung der kleinen Britin Madeleine McCann aus dem portugiesischen Urlaubsort Praia da Luz fehlt von dem entführten Kind noch immer jede Spur. Der mutmaßliche Täter eines jüngsten Entführungsversuches ähnelt allerdings dem Phantombild eines Verdächtigen im Fall Madeleine. Ein Hoffnungsschimmer für die trauernden Eltern? Gerry und Kate McCann erwägen nun, ihre Erlebisse in einem Buch zu verarbeiten. Erstmals räumten die Eltern einen „Fehler" in ihrem Verhalten ein: Sie bereuten zutiefst, die kleine Maddie damals allein gelassen zu haben.

Eine dünne Spur gibt es derzeit: Vor etwa einem Monat versuchte ein etwa 40-Jähriger Mann mit langen, zotteligen Haaren eine 15-Jährige Holländerin in seinen Jeep zu ziehen. Das Mädchen, das gerade vom Einkaufen kam, wehrte sich jedoch und entkam. Das kleine Fischerdorf Senhora da Rocha, wo sich der jüngste Vorfall ereignete, liegt nur etwa 30 Kilometer von Praia da Luz entfernt.

Der mutmaßliche Täter ähnelt einem Phantombild eines Verdächtigen im Fall Madeleine. Details zu dem Entführungsfall waren kürzlich an die Polizeistation in Portimao übergeben worden, die dortigen Beamten sind auch für den Fall der verschwundenen Maddie zuständig. Auch die spanische Detektei Metodo 3, die die McCanns mit der Untersuchung des Falles beauftragt haben, will sich der Sache annehmen.

Zum Jahrestag der Entführung wird die Heimatgemeinde der McCanns in England für verschwundene Kinder in aller Welt beten. Der Vikar Rob Gladstone sagte, der Gottesdienst sei „eine Gelegenheit für die Menschen, sich zusammen zu finden und gemeinsam für alle vermissten Kinder zu beten". Die McCanns werden an dem Sondergottesdienst, der am Samstag morgen in der Gemeindekirche St Mary und St John in Rothley statt finden wird, jedoch nicht teilnehmen.

Madeleines Vater Gerry ist noch immer von der Gesundheit seiner kleinen Tochter überzeugt: Er erklärte, bisher habe er „absolut keinen" Hinweis darauf gesehen, dass Maddie tot sei. „Und das hätten wir, wenn es welche gäbe", spricht sich der Vater selbst Mut zu. Im Nachhinein machten er uns seine Frau sich schwere Vorwürfe, die kleine Madeleine damals allein in der Ferienwohnung zurückgelassen zu haben, erklärte der trauernde Vater außerdem. „Wir haben einen Fehler gemacht", sagten die McCanns nach fast einem Jahr um ersten Mal: „Wir würden das niemals wieder tun", beteuerten Gerry und Kate.

Wie die Montagsausgaben verschiedener britischer Zeitungen berichten, überlegen die McCanns, ein Buch über das vergangene Jahr zu schreiben. Das Ärzteehepaar könnte so nicht nur die traumatischen Erlebnisse verarbeiten und der Öffentlichkeit ihre Sicht der Dinge nahe bringen, sondern zugleich neue Geldgeber für ihren Maddie-Fonds finden, erklärte McCann-Sprecher Clarence Mitchell. Branchenexperten schätzen den Wert der Rechte an der Maddie-Story auf etwa eine Million Pfund (umgerechnet 1,26 Millionen Euro).

Auch der in Ungnade gefallene ehemalige Leiter der Ermittlungen, Goncalo Alvaro, denkt darüber nach, ein Buch über den Maddie-Fall zu schreiben. Der Kriminalist war unter anderem entlassen worden, weil er die britische Polizei kritisierte. Alvaro hält an der Auffassung fest, die McCanns könnten etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun haben: Erst kürzlich bezeichnete er Kate McCann als „kaltherzige Schauspielerin". Die Ärztin war häufiger ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten, weil sie nicht um ihre kleine Tochter geweint hatte. Psychologen der Polizei hatten der Mutter aber geraten, öffentlich keine Emotionen zu zeigen, weil das einem Entführer möglicherweise ein Art Vergnügen und Befriedigung verschaffen könnte.

Die vierjährige Maddie ist nunmehr seit fast einem Jahr vermisst. Am dritten Mai letzten Jahres verschwand das Mädchen spurlos aus der elterlichen Ferienwohnung in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve-Küste. Verschiedene Spuren führten ins Nichts, die McCanns sowie die britische Öffentlichkeit werfen den portugiesischen Ermittlern Unfähigkeit und Schlamperei vor. In Portugal gelten die McCanns noch immer als Verdächtige.

 

 

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