Nach einem ungefährdeten 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg zieht der FC Bayern München zum 16. Mal in das Finale des DFB Pokals ein. Nach dem erfolgreichen Wiedersehen der Münchner mit ihrem ehemaligen Trainer Felix Magath wartet nun im Endspiel am 19. April Borussia Dortmund. Damit können sich die Fans auf einen alten Bundesliga-Klassiker freuen.
Nach den beiden Niederlagen gegen den RSC Anderlecht und Energie Cottbus standen die Münchner am gestrigen Mittwoch in der heimischen Allianz-Arena gehörig unter Druck. Um das eigenen Maximalziel `Triple` in dieser Saison zu erreichen, musste gegen den VfL Wolfsburg ein Sieg her. Erst ein Doppelschlag von Franck Ribèry und Miroslav Klose nach knapp einer Stunde erlöste die Münchner.
Bayern-Verantwortliche zufrieden
Nach der zuletzt gezeigten kleinen Formkrise und dem anschließenden Donnerwetter kehrt an der Säbenerstraße nach dem souveränen Finaleinzug wieder Ruhe ein. Bayern Manager Uli Hoeneß attestierte der Mannschaft eine starke Leistung: „Wir haben ziemlich souverän das Finale erreicht. Heute hat die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute sehr, sehr gut gespielt." Kapitän Oliver Kahn sah vor allem in der zweiten Halbzeit einen starken Auftritt der Münchner: „In der erste Halbzeit war es ein bisschen schwierig, erst in der zweiten waren wir dann besser. Da haben wir das Spiel und die Wolfsburger klar dominiert."
Dementsprechend ausgeglichen wirkte die erste Hälfte: Gegen kompakt stehende Wolfsburger tat sich die Münchner Sturmabteilung schwer. Zwar erspielten sich die Bayern immer wieder gute Torgelegenheiten, doch sowohl Ribéry, als auch Podolski und Lucio fanden in VfL-Torwart Benaglio in der ersten Halbzeit ihren Meister. Auch die Gäste aus dem Norden, immerhin beste Rückrundenmannschaft der Liga, spielten munter mit, und hatten kurz vor der Pause sogar selbst die Chance zur Führung, doch Christian Gentners Direktabnahme verfehlte das Ziel knapp.
Bayern drehen auf
Erst nach dem Wechsel konnten die Münchner ihre individuelle Klasse ausspielen. Immer wieder zwang das Starensemble von der Isar, angetrieben von einem starken Mark van Bommel, die Wolfsburger zu Fehlern. Phasenweise konnten sich die Gäste aus dem Norden kaum aus der eigenen Hälfte befreien. Folgerichtig fiel in der 60. Minute schließlich die verdiente Führung für die Münchner. Nach einem Ballverlust von VfL-Spielmacher Marcelinho in der Vorwärtsbewegung seiner Mannschaft, schaltete Klose blitzschnell und bediente Ribéry mustergültig. Der Franzose stürmte alleine auf den Wolfsburger Torwart Benaglio zu, und erzielte das 1:0.
Nur sechs Minuten später fiel schließlich die Vorentscheidung. Nach einem Querschläger von VfL-Verteidiger Alexander Madlung, flankte Marcell Jansen volley in die Mitte. Lukas Podolski hielt reaktionsschnell seinen Schlappen hin, Benaglio konnte nur abklatschen, und Klose staubte zum 2:0 ab. In der Folge verflachte die Partie zusehends. Gegen eine gut formierte Bayern-Abwehr, agierten die `Wölfe` anschließend nur noch zahnlos. So blieb es am Ende bei einem verdienten bayerischen Sieg gegen den neuen Verein ihres Ex-Trainers Felix Magath.
Klassiker in Neuauflage: Im Finale wartet die Borussia aus Dortmund
Damit haben die Münchner im Endspiel gegen Borussia Dortmund - der BVB besiegte bereits am Dienstag Zweitligist Carl Zeiss Jena souverän mit 3:0 - die Chance zum 14. Mal den DFB-Pokal zu holen. Doch der alte Konkurrent aus dem Pott wird keineswegs Kanonenfutter sein, weiß Uli Hoeneß, und freut sich auf eine ansehnliche Partie im Berliner Olympiastadion: „Das Endspiel wird sicherlich ein tolles Erlebnis, schwarz-gelb gegen rot, die alten Rivalen aus den letzten 20 Jahren, ich glaube, das wird eine tolle Sache."
Auch Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld freut sich auf das Duell mit seinem alten Verein: „Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Dortmund. Das wird ein ganz besonderes Spiel", erklärte der jetzige Bayern-General, der sieben Jahre lang Trainer in Dortmund war, und mit dem BVB seinen ersten Champions-League-Sieg holte. Doch nun hofft Hitzfeld, trotz aller Sympathie für seinen ehemaligen Arbeitgeber, auf einen gelungenen Ausstand mit DFB-Pokal bei den Bayern.