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27.06.2007Britney Spears: Vom Glamour-Gipfel zum 'Unten Ohne’-Skandal

Ein Star auf Abwegen

Die Pop-Prinzessin ist genau das, was sie nicht sein möchte: Das nette Mädchen von nebenan. Ihr Versuch, zur Femme Fatale zu werden, scheiterte kläglich. Doch keinem Misslingen wurde soviel Interesse zuteil wie dem von Britney Spears.

Pop-Diva Britney Spears wusste bereits als Kind, was sie später einmal beruflich machen wollte. Ihre Karriere vor der Kamera begann in frühen Jahren. Als kleines Mädchen drehte Spears Werbespots und ließ kaum einen Talentwettbewerb aus. Ihre Bemühungen sollten bald Früchte tragen: Als Moderatorin des New Mickey Mouse Club des US-Senders Disney Channel wurde sie bekannt und traf dort erstmalig auf ihre spätere Konkurrentin Christina Aguilera und auf Boy-Wunder Justin Timberlake.

Doch Spears’ Erfolg hielt nicht kontinuierlich an. Ihren eigentlichen musikalischen Durchbruch schaffte sie erst einige Jahre später mit ihrem Debütalbum „Baby one more time“ (1999). Die damals 17-Jährige erreichte auf Anhieb den ersten Platz in den US-Billboard Charts, was keiner anderen Künstlerin zuvor gelungen war. Ihre beiden Folgealben „Oops! … I did it again“ (2000) und „Britney“ (2001) gerieten ebenfalls zu sensationellen kommerziellen Erfolgen, die damals erst 19-jährige Spears avancierte zum Superstar der amerikanischen Musikindustrie.

Zu Beginn ihrer Karriere pflegte Spears das Image eines braven Südstaaten-Mädchens, propagierte eine Moral, die in den 50er Jahre ebenfalls Anklang gefunden hätte: Sie gab vor, ihre Jungfräulichkeit  wahren, um sie dem Richtigen nach der Eheschließung zum Geschenk zu machen. Ihre Beziehung zu Justin Timberlake hielt sie vorerst geheim. Erst bei den MTV Music Awards im September 2000 zeigten sich die beiden Musiker als verliebtes Paar in der Öffentlichkeit.

Spears und Timberlake verband so einiges: Beide hatten bereits als Kinder den Wunsch, Karriere im Showbusiness zu machen, beide wurden von ehrgeizigen Müttern und Managern dazu getrimmt, sie hatten bereits als Zehnjährige einen übervollen Terminkalender, kannten also sowohl die Freuden, als auch die Schattenseiten des Ruhmes. Auf dem Gipfel ihrer Popularität angelangt wagten sie nun das öffentliche Bekenntnis ihrer Liebe.

Im Gegensatz zu Britney war Justin rebellischer, entzog sich öfter dem `N Sync-Drill, ging aus, feierte, verhielt sich seinem Alter entsprechend. Und Britney ließ sich verleiten, zog mit ihm durch die Nachtclubs und stellte dabei fest, dass es noch ein anderes Leben gibt. Die damals 19-Jährige wollte sich verändern, was ihren radikalen Imagewechsel zur Folge hatte: Aus der süßen Brit wurde die erotische Britney, die sogar Trends setzte: Die jüngsten Fotos der moppeligen Spears haben es uns vergessen lassen, aber es gab auch eine Zeit, in der niemand eine Hüftjeans so gut stand wie ihr.

2002 geben Spears und Timberlake das Ende ihrer Beziehung bekannt, und die Gerüchteküche brodelt: Die Sängerin soll ihren Freund angeblich betrogen haben. Die für beide schmerzhafte Trennung überwand jeder auf seine Art: Timberlake, der die Boyband ’N Sync verlassen hatte, strebte eine Solokarriere an und stürzte sich in die Arbeit. Nur wenige Monate nach dem Beziehungs-Aus lernte er dann die Schauspielerin Cameron Diaz kennen.

Britney arbeitete ebenfalls an einem neuen Album, ging aber auch oft aus, hatte unter anderem eine Affäre mit Colin Farrell. 2004 heiratet sie aus einer Alkohollaune heraus ihren alten Schulfreund Jason Alexander in Las Vegas, lässt die Ehe aber tags darauf, wieder ernüchtert, annullieren. Drei Monate später nimmt hingegen die verhängnisvolle Beziehung zu Kevin Federline ihren Anfang. Spears verliebt sich in ihren Background-Tänzer. Was sie nicht weiß: Auf den 26-Jährigen wartet seine hochschwangere Freundin Shar Jackson zu Hause, die ein zweite Kind von dem Tänzer erwartet. Als die Liaison zwischen Federline und Spears publik wird, wendet sich diese empört an die Presse. Für eine hohe Abfindung ist Jackson  jedoch bereit, auf Federline zu verzichten.

Im September 2004 heiraten Spears und Federline. Der Tänzer verprasst Spears’ Geld, beleidigt und demütigt sie in der Öffentlichkeit. Die mittlerweile hochschwangere Sängerin durchläuft eine Veränderung, die niemandem verborgen bleibt: Die einst schlanke und durchtrainierte Sängerin mutiert zum Wahlross. Zu ihrer körperlichen Fülle, die zumindest zum Teil auf ihre Schwangerschaft zurückzuführen ist, kommen Outfits, die selbst Peggy Bundy als Stil-Ikone erscheinen lassen.

Britney verfällt, und die ganze Welt weidet sich daran. Zwei Jahre dauert das Ehe-Martyrium, Britney ist in dieser Zeit praktisch permanent schwanger. Nur wenige Woche nach der Geburt ihres zweiten Sohnes reicht sie dann die Scheidung ein. Der mehrere Monate andauernde Rosenkrieg treibt die 25-Jährige an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Um sich  abzulenken, hat sie eine Affäre mit dem Model Isaac Cohen, zieht mit den Hollywood-Partygirls Paris Hilton und Lindsay Lohen durch die Clubs und, sorgt am laufenden Band mi Peinlichkeiten für Furore.

Die Spirale nach unten findet ihren Tiefpunkt in einem Friseursalon, in dem Spears sich eigenhändig eine Glatze rasiert. Nur Tage später lässt sich die zweifache Mutter in eine Entzugsklinik einweisen.

Nach einmonatiger Therapie wird die Sängerin entlassen. Kurz darauf folgt die Einigung mit Federline, der sich auf unerklärliche Weise mit einer Million Dollar Abfindung zufrieden erklärt. Spears scheint ihr Leben erneut in den Griff zu bekommen, lächelt wieder in die Kameras der Paparazzi. Soll es das nun wirklich gewesen sein? Keine Unten-Ohne-Fotos mehr, keine neonfarbenen T-Shirts, keine zwei Konfektionsgrößen zu kleinen Kleidchen mehr, keine Kotzorgien auf der Tanzfläche diverser Nachtclubs? Britney, tu uns das nicht an!

Wer aber einen zweiten Blick riskiert, und sich die neuesten Britney-Fotos mal genau ansieht, der erkennt, dass hinter dem Dauergrinsen dieser verrückte Blick lauert, der uns noch viele unterhaltsame Skandalgeschichten verheißt. Die Frage, die sich einem stellt, ist also nicht ob - sondern wann.

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