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24.07.2007Jan Ullrich überführt: DNA-Test und Doping-Falle schnappen zu

Der Jan und das Doping

Jan Ullrich - einst gefeierter deutscher Radsportstar, jetzt im Visier der Staatsanwaltschaft. Es mehren sich die Hinweise, dass Ullrich tief im Dopingsumpf feststeckt. Seine Anwälte dementieren. Droht dem 33-Jährigen nun die Gefängnisstrafe?

Es geht bergab. Für Radfahrer eigentlich ein erfreulicher Zustand, nicht aber für Jan Ullrich. Der frühere Tour-de-France-Sieger ist offenbar des Dopings überführt worden. Der Bonner Staatsanwalt Fred Apostel legte zuverlässige Beweise vor, die die Zusammenarbeit von Ullrich mit dem umstrittenen Arzt Eufemiano Fuentes beweisen sollen.

Ein Beamter des Landeskriminalamtes Düsseldorf war letzte Woche nach Spanien gereist, um Blutproben aus den Beständen von Fuentes zu Vergleichszwecken mit nach Deutschland zu bringen. "Wir haben neun Blutkonserven vorgefunden, die wir mit den DNA-Proben vergleichen konnten. Dabei haben wir eindeutig die Identität von Ullrich feststellen können", so Staatsanwalt Apostel.

Die Situation wird für Ullrich nun immer prekärer. Die spanischen Ermittler sind schon lange im Besitz von Dokumenten, aus denen hervorgehen soll, dass Ullrich von Fuentes für hohe Summe verbotene Dopingmitel bezogen haben soll. Ullrich hatte bisher jeglichen Kontakt zu Fuentes bestritten. Die Staatsanwaltschaft verfügt nun über gerichtsfeste Beweise, die das Gegenteil besagen.

Der Verteidiger von Jan Ullrich, Johann Schwenn, erachtet es hingegen für möglich, "dass der angebliche Befund die Folge von Manipulationen ist." Eine Verteidigungslinie, denen von Experten keine großen Erfolgsaussichten eingeräumt werden."Die Blutfunde reichen für eine Anklageerhebung aus", erklärte Doping-Experte Prof. Dr. Werner Wilhelm Franke.

Eine solche Anklage könnte dann sehr gefährlich werden für Ullrich. Nicht nur millionenschwere Schadensersatz-forderungen von seinem ehemaligen Rennstall T-Mobile erwarten den 33-Jährigen womöglich, sondern im schlimmsten Fall zudem ein mehrjährige Freiheitsstrafe. "Für Betrug, der hier in Rede steht - das ist der Verdacht, der geprüft wird -sieht das Gesetz Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor", erläuterte Staatsanwalt Apostel im Interview mit dem Nachrichtensender N24.

Durch ein Geständnis von Ullrich verbunden mit einer Geldstrafe könnte ein Strafprozess hingegen unter Umständen vermieden werden, doch ob ein solches Schuldeingeständnis im Weltbild von Ullrich seinen Platz hat, ist fraglich.

"Ich habe nie betrogen", sagte Jan Ullrich noch am 26. Februar. Es spricht allerdings viel dafür, dass dieser Satz nicht deckungsgleich ist mit Folgendem: "Ich habe nie gedopt." Ein Radfahrer, der zu unerlaubten Mitteln greift, ist kein Betrüger mehr, sondern mainstream, sobald sich die Konkurrenz auch mit solchen Substanzen auf die Sprünge hilft. So jedenfalls könnte Ullrichs in sich schlüssiges, wenn auch reichlich perfides Weltbild aussehen.

Kurzum: Die letzte Etappe von Ullrich ist seine schwerste.

sessler@europolitan.de

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