Die bereits seit mehreren Wochen andauernden Auseinandersetzungen in der griechischen Hauptstadt haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Unbekannte griffen am frühen Montagmorgen in Athen einen Sicherheitsposten an und verletzten dabei einen 21-jährigen Polizisten schwer. Trotz einer mehrstündigen Notoperation schwebt der junge Ordnungshüter weiterhin in Lebensgefahr, wie die Ärzte in einem Athener Krankenhaus mitteilten.
„Der Zustand des Verletzten ist äußerst ernst, aber stabil", teilte ein Sprecher des Krankenhauses in Athen mit. Die Kugeln hätten die Lunge und andere Organe des 21-jährigen Polizisten getroffen. Mit Sturmgewehren und einer Handgranate bewaffnet hatten mehrere Unbekannte am Montagmorgen insgesamt 20 Schüsse vor einem Polizei-Wachposten in Athen abgefeuert und den Beamten dabei lebensgefährlich getroffen. Nach Angaben des griechischen Staatsradio seien bereits 72 Verdächtige vorläufig in Polizeigewahrsam genommen worden.
Die gewalttätige Attacke ereignete sich kurz nach drei Uhr nachts vor einem Gebäude des Kulturministeriums im Stadtviertel Exarchia, wie die Polizei mitteilte. Die Gegend gilt als eine Hochburg der autonomen Szene. Nach Augenzeugen soll es sich um zwei bis drei Täter gehandelt haben. Die Verdächtigen sollen aus einer Entfernung von etwa 40 Metern auf einen Zug der Bereitschaftspolizei geschossen haben.
Die meisten Beamten hielten sich in einem Bus auf, während drei der Polizisten das Fahrzeug außerhalb bewachten. Der in Lebensgefahr schwebende Beamte soll die Angreifer zuerst entdeckt und seine Kollegen noch gewarnt haben. In dem anschließenden Schussregen zog sich der 21-Jährge Verletzungen am Oberkörper und Bein zu. Die Polizei fand am Tatort mindestens 27 Patronenhülsen, die aus einem Kalaschnikow-Sturmgewehr sowie einer neun Millimeter-Kaliber Pistole stammen sollen.
Als einen „Angriff auf die Demokratie und die Normalität" wertete der griechische Innenminister Prokopis Pavlopoulos den traurigen Vorfall am Montag. Zwar sind nähere Hintergründe der Tat noch unklar, nach Expertenaussagen könnte es sich bei dem Angriff aber um einen potentiellen Racheakt handeln. Nachdem am 6. Dezember 2008 ein 15-jähriger Jugendlicher in demselben Stadtteil durch eine Polizeikugel getötet worden war, herrscht in der hellenischen Republik der Ausnahmezustand.
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Auf dem Mittelmeerstaat kam es seitdem immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen auf Sicherheitskräfte. Erst am 23. Dezember hatten Unbekannte einen Polizeibus beschossen. Zu dem Vorfall bekannte sich jüngst eine bislang unbekannte Untergrundorganisation namens „Volksaktion". Damals war jedoch niemand verletzt worden. (sk)