Dieser Tage hat ganz Frankreich nur ein Gesprächsthema: die angebliche Liaison von Monsieur le Président mit Ex-Model Carla Bruni. Ob das alles nur ein geschickt inszenierter PR-Coup ist, fragt sich dabei nicht nur mancher: In den Meinungsumfragen könnte die Affäre die Beliebtheit von Nicolas Sarkozy auf eine ganz neue Skala heben. "Er sieht sich jetzt wie ein Rockstar“, findet 'Le Parisien'.
Nach dem Besuch des umstrittenen libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi in der vergangenen Woche hatte es viel Spott und Kritik an der französischen Regierung gegeben. Außerdem fürchten Angestellte des öffentlichen Dienstes neue Regierungsreformen und mögliche daraus resultierende Streiks. Die Oppositionspolitikerin Ségolene Royal hatte daraufhin erklärt, Sarkozy könne ja Karussell fahren, mit wem er wolle, aber er solle zusehen, seine Wahlversprechen zu halten. Dabei bezog sie sich auf den viel beachteten Disneyland-Besuch von „Sarkobruni", wie die französische Presse das Paar mittlerweile betitelt.
Carla Bruni-Sarkozy
Viele Probleme gibt es also im Staate Frankreich. Aber alles spricht nur von der Liaison des Präsidenten. Kurzum: die Franzosen sind mittlerweile schon ein bisschen genervt von dem Wind um die angebliche Beziehung. Das auch, weil dazu noch immer kein öffentliches Statement von Sarkozy zu hören war. Der Präsident könnte sich ganz leicht aus der Affäre ziehen und alles als einen gewaltigen Mediengag darstellen. Carla Bruni hätte in diesem Fall zumindest viel Medienaufmerksamkeit bekommen, wenn schon nicht den Staatschef.
Im Jahr 2004 hatte eine andere Affäre Brunis für ähnliche Aufregung gesorgt. Damals hatte sie der Schriftstellerin Justine Lévy den Ehemann Raphael Enthoven ausgespannt. Die Betrogene verarbeitete ihre Gefühle daraufhin in ihrem Roman „Rien de grave". (ta)