Der Machtkampf in der französischen Parti Socialiste (PS) findet kein Ende. Bei der Wahl zum Parteivorsitz vom gestrigen Donnerstag konnten sich weder Ségolène Royal noch Martine Aubry die erforderliche absolute Mehrheit sichern. Die beiden Rivalinnen müssen nun in die Stichwahl, die am heutigen Freitag abgehalten wird. In der parteiinternen Abstimmung holte Royal 42 Prozent der Stimmen, während die ehemalige Arbeitsministerin Aubry auf 35 Prozent kam.
Der Machtkampf in der französischen Parti Socialiste (PS) findet kein Ende. Bei der Wahl zum Parteivorsitz vom gestrigen Donnerstag konnten sich weder Ségolène Royal noch Martine Aubry die erforderliche absolute Mehrheit sichern. Die beiden Rivalinnen müssen nun in die Stichwahl, die am heutigen Freitag abgehalten wird. In der parteiinternen Abstimmung holte Royal 42 Prozent der Stimmen, während die ehemalige Arbeitsministerin Aubry auf 35 Prozent kam.
Der Radikallinke Benoit Hamon, der als dritter Kandidat in das für ihn aussichtslose Rennen gestartet war, gewann überraschend 23 Prozent der Stimmen. Das reicht jedoch nicht aus, um in die Stichwahl einzuziehen.
Zwar gewann die bei der Parteibasis äußerst beliebte Royal den ersten Wahlgang, doch in der Stichwahl gilt Aubry als Favoritin. Royal verscherzte es sich durch ihre wiederholte Forderung, sich mit der PS stärker zur politischen Mitte zu bewegen, mit der gesamten Parteiführung. Aubry, die als Bürgermeisterin von Lille den stärksten Regionalverband der Sozialisten hinter sich hat, betonte hingegen, die PS solle eine „links verankerte Partei" bleiben.
Daher erhält die Ex-Arbeitsministerin auch umfangreiche Rückendeckung aus der Parteispitze. Der im ersten Wahlgang unterlegene Hamon forderte seine Anhänger bereits auf, in der Stichwahl für Aubry zu stimmen. Auch der bisherige Amtsinhaber Francois Hollande, pikanterweise der Ex-Lebensgefährte von Royal, sprach sich für Aubry aus.
Die PS hat ungefähr 230.000 Mitglieder. Nach Angaben der Partei haben sich ungefähr 138.000 von ihnen an der Abstimmung vom gestrigen Donnerstag beteiligt. Der Posten des Parteivorsitzenden gilt als Sprungbrett für die Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2012, bei der Royal noch einmal gegen den Amtsinhaber Nicolas Sarkozy antreten möchte.
Verwandte Artikel
Francois Hollande gibt sein Amt als Parteivorsitzender nach elf Jahren auf. Eine Mitschuld an der Spaltung der Partei wies der 54-Jährige zurück. „Mir wird vorgeworfen, ich hätte die einen gegen die anderen aufgebracht", sagte Hollande der Tageszeitung 'Le Figaro'. „Das war gar nicht nötig." (fr)