Offiziell heißt es von Seiten Russlands, die Ausweisung zweier kanadischer Nato-Diplomaten „ist eine Antwort auf einen unfreundlichen Akt gegen russische Nato-Gesandte“. Gemeint ist damit wohl die vor rund einer Woche durchgeführte Nato-Aktion, bei der in Brüssel zwei russische Diplomaten ihrerseits des Landes verwiesen worden waren.
Den Hintergrund der Geschichte bilden zwei Faktoren. Erstens: Ein estnischer Beamte; der im Verteidigungsministerium tätig war, ist im Februar dieses Jahres in der Anklage der Spionage schuldig gesprochen worden. Der Mann soll im Laufe seiner Karriere dem russischen Geheimdienst über 2.000 Seiten an geheimen Nato-Informationen zugespielt haben. Das verschärfte das ohnehin gespannte Verhältnis zwischen der Nordatlantischen Verteidigungsallianz und dem Vielvölker-Staat.
Ende letzten Monats war dann zwei russischen Diplomaten durch die Nato die Akkreditierung für das Brüsseler Hauptquartier entzogen worden, woraufhin sie des Landes verwiesen worden sind. Nun wendete der Kreml das Blatt und wies seinerseits wiederum zwei kanadische Mitarbeiter der Allianz aus Russland aus, ebenfalls nachdem den beiden die Akkreditierung aberkannt worden war.
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Die Aktion ist bei der Internationalen Organisation auf Unverständnis gestoßen und sei alles in allem „kontraproduktiv". „Dieser Schritt ist sehr unglücklich angesichts unserer Bemühungen um eine Wiederherstellung des Dialogs und der Zusammenarbeit mit Russland", folgerte die Nato am Mittwoch in ihrer Stellungnahme zu dem Sachverhalt. Nichtsdestotrotz halte man aber an dem Vorhaben, die Sitzungen des Nato-Russland-Rats wieder aufzunehmen, fest: "Diese Entscheidung steht." (sdo)