Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist am gestrigen Donnerstag zu Beratungen mit der polnischen Regierung in Warschau eingetroffen. Lawrow will mit Polens Ministerpräsident Donald Tusk und Außenminister Radoslaw Sikorski über die geplante Stationierung des US-Raketenabwehrsystems sprechen. Moskau sieht in der militärischen Einrichtung der USA im Nachbarland eine Bedrohung, während die Vereinigten Staaten und Polen dies wiederholt abstritten.
Sikorski bestätigte nach dem Treffen in Warschau die Bereitschaft, die angespannte Lage zwischen den beiden Nachbarländern zu verbessern. Die Vize-Außenminister der beiden Staaten sollen diesbezüglich bald über konkrete Maßnahmen reden. Sikorski hatte in der Vergangenheit die Möglichkeit erwogen, russische Inspektionen des US-Abwehsystems in Polen zu erlauben.
Der Kreml ist gegen die militärische Einrichtung in dem Nachbarland. „Eine grundlegende militärische Analyse zeigt, dass ein europäischer Stützpunkt für ein globales US-Raketenschild kein anderes Ziel hat und viele Jahre auch nicht haben wird als die Abwehr von russischen Raketen", erklärte Lawrow in der polnischen Zeitung ‚Gazeta Wyborcza' am Donnerstag.
Die USA und Polen hatten im vergangenen Monat ein Abkommen unterschrieben, das die Stationierung zehn amerikanischer Abfangraketen in Nordpolen vorsieht. Russland hatte noch vor eine Woche angekündigt, als Antwort auf die US-Raketen Präzisionswaffen an die Grenze verlegen zu wollen.
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Die eisige Beziehung der beiden Länder wurde kürzlich noch durch den Kaukasus-Konflikt verschlechtert. Polens Präsident Lech Kaczynski kritisierte Russlands aggressives Vorgehen und schlug sich auf die Seite von Georgiens Präsident Michail Saakaschwili. Der polnische Ministerpräsident Tusk versucht seit seinem Amtsantritt im November 2007 ein gutes Verhältnis zu dem großen Nachbar herzustellen.