Die portugiesische Polizei hat eine neue Theorie über das Verschwinden von Madeleine McCann: Hiernach sollen nicht die Eltern des Mädchens, Kate und Gerry McCann, sondern ein Pädophiler für den Tod der Vierjährigen verantwortlich sein. Die Theorie beruht auf der Beobachtung einer Freundin der McCanns.
Jane Tanner, eine Freundin der Familie McCann, hatte ausgesagt, einen Mann mit einem Mädchen auf den Armen in der Nacht von Maddies Verschwinden gesehen zu haben. Die portugiesischen Behörden gehen nun davon aus, dass dieser Mann ein Pädophilier sein könnte, der Maddie umgebracht hat.
Der Pädophile hätte sich Maddie ganz gezielt ausgesucht: Da die McCanns jeden Abend Tapas aßen und ihr Kind alleine ließen sei das Mädchen ein einfaches Opfer für den Entführer gewesen. Die Polizei schließt auch nicht aus, dass der Täter Maddie gleich in ihrem Zimmer tötete. Er hätte es mit der Angst zu tun bekommen, da das Mädchen aufschrie, als er es aus dem Bett reißen wollte.
Ein Freund der McCanns nannte die neue Theorie der portugiesischen Polizei „lächerlich.“ Warum, so fragt er, sollte der Entführer ein totes Mädchen aus dem Zimmer tragen? Da hätte er sie auch gleich im Zimmer liegen lassen können. Viele Briten halten die portugiesische Polizei für unfähig und ihre Theorien für wirr und unbegründet. Es täte also kein Wunder, unterstellte der britische Boulevard den portugiesischen Behörden nächste Woche eine Nekrophilie-Theorie.
Bereits vor einer Woche hatte der portugiesische Generalstaatsanwalt erklärt, dass Maddie seiner Meinung nach tot sei. Der Pressesprecher der McCanns teilte unterdessen mit, dass das anhaltende Karussell grausamer behördlicher Spekulationen um das Ende von Maddie die Eltern psychisch schwer belaste. Kate und Garry gehen nach wie vor felsenfest davon aus, dass Maddie noch am Leben ist. (tb)