Im Fall Madeleine McCann sind die portugiesischen Ermittler jetzt auf die Spur eines Pädophilenrings gestoßen, dem das Mädchen zum Opfer gefallen sein könnte. In einer Razzia beschlagnahmte die Polizei kinderpornographisches Material....
Im Fall Madeleine McCann sind die portugiesischen Ermittler jetzt auf die Spur eines Pädophilenrings gestoßen, dem das Mädchen zum Opfer gefallen sein könnte. In einer Razzia beschlagnahmte die Polizei kinderpornographisches Material. Mit mehr als 300 Ermittlern war dies die größte Kinderporno-Razzia, die in Portugal jemals stattgefunden hat.
Auf mehr als 150 Computern von 80 Verdächtigen stellten die Ermittler das Material sicher, in dem jetzt nach Bildern gesucht wird, auf denen Madeleine zu sehen sein könnte. Offiziell war die Operation nicht mit dem Fall Madeleine verbunden. Die Polizei war den Verdächtigen auf die Spur gekommen, als diese durch die Versendung von Computerprogrammen auffällig wurden.
Experten des Kinderschutzes und für Online-Sicherheit in London suchen schon länger mit einer Gesichtserkennungssoftware in erhältlichem Kinderpornomaterial nach Madeleine. Die Eltern Kate und Gerry McCann, ermutigte die Aktion der portugiesischen Polizei. Ein Freund der Familie sagte: "Das zeigt, dass die portugiesische Polizei endlich in die richtige Richtung schaut. Die Razzia könnte zu stichhaltigen Hinweisen führen."
Die Suche nach der im Mai dieses Jahres verschwundenen 4-Jährigen ist somit beschleunigt worden. Der neue Chefermittler Paulo Rebelo, stellvertretender Direktor der Policia Judiciaria, war für ein neues Aufleben der schon seit fünf Monaten andauernden Ermittlungen nach dem britischen Mädchen eingesetzt worden.
Polizeiermittler in Großbritannien sind nun angehalten DAN-Spuren und Fingerabdrücke von 350 Touristen aufzunehmen, die zu der Zeit auch ihren Urlaub in der Ferienanlage im
Ocean Club in Praia da Luz verbrachten. Diese sollen dann mit bisher noch unidentifiziertem Spurenmaterial in Portugal verglichen werden. Portugiesische Ermittler haben bereits verschiedene Appartements in der Anlage untersucht.
Die Behörden hatten die Idee, Madeleine als Opfer eines Pädophilenrings zu sehen, immer heruntergespielt und argumentiert, sie hätte ja auch alleine weggegangen sein können. Zuvor waren die Eltern verdächtigt worden, ihrer Tochter eine Überdosis Medikamente verabreicht zu haben.
Inoffiziellen Befürchtungen zufolge, könnte die Algarve von Touristen gemieden werden, sollte sich ein Problem mit Pädophilen als begründet erweisen. (nr)