Ein toxikologischer Haartest hat bewiesen, dass Kate McCann nicht unter Medikamenteneinfluss stand, als ihre Tochter Madeleine als vermisst gemeldet wurde. Dies teilte ein Anwalt der Familie am Wochenende mit. Der 38-jährigen Mutter war vorgeworfen worden, unter dem Einfluss von Antidepressiva ihre Tochter im Affekt umgebracht zu haben.
Um die Vorwürfe aus dem Weg zu räumen, hatte Kate McCann den Tests im September zugestimmt. Das Alibi der mutmaßlichen Entführerin Michaela W. ist indessen geplatzt.
Kate McCann musste immer wieder Anschuldigungen zurückweisen, sie sei auch vor Maddies Verschwinden "mental instabil" gewesen. Eine Theorie der portugiesischen Polizei hatte Kate als Verdächtige eingestuft ihre Tochter umgebracht zu haben, weil sie nicht mehr mit ihr zurecht kam. Der jetzt bestätigte Drogentest zeigt, dass keinerlei toxikologische Hinweise auf Medikamente im Zeitraum der vergangenen acht Monate bei Kate nachzuweisen sind.
Auch die Geschwister von Maddie, Sean und Amelie (beide zwei Jahre alt), wurden negativ auf Rückstände von Medikamenten getestet, die ihre Eltern ihnen verabreicht haben sollten. Denn einer anderen Vermutung der Ermittler zufolge, sollte Madeleine aufgrund einer Überdosis an Beruhigungsmitteln gestorben sein.
Eine weitere Entwicklung in dem Fall zeigt, dass das Alibi der mutmaßlichen Entführerin Madeleines zusammengebrochen ist. Sie hatte angegeben in der Nacht des Verschwindens bei einer Veranstaltung der Zeugen Jehovas in Portugal gewesen zu sein. Dies dementierte aber ein Mitglied der Glaubensorganisation damit, dass Michaela W. (34) bereits vor mehr als einem Jahr aus der Kirche geworfen wurde. Angeblich weil sie die Regeln gebrochen habe, wie Zeugen Jehovas angaben. Warum sie genau ausgeschlossen wurde, gaben sie aber nicht bekannt.
Als Freundin des ersten Tatverdächtigen, Robert Murat (34), war die Deutsche nach zwei Zeugenberichten bei der Übergabe eines blonden Mädchens in Portugal im Juni gesehen worden. Madeleine war am 3. Mai kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienanlage in Praia da Luz verschwunden. (nr)