Am heutigen Montag sind in Italien die zweitägigen Parlamentswahlen fortgesetzt worden. Der konservative Oppositionschef Silvio Berlusconi ist weiter optimistisch, und hofft wieder zurück an die Macht zu kommen. Doch auch der frühere römische Bürgermeister Walter Veltroni will Regierungschef werden, und tritt selbstbewusst auf. Die ersten Prognosen werden nach Schließung der Wahllokale um 15 Uhr erwartet. Die Beteiligung an den Parlamentswahlen ist bislang allerdings mehr als gering ausgefallen.
Nach dem Sturz von Ministerpräsident Romano Prodi stimmen Rund 47 Millionen italienischen Wähler am heutigen Montag ab, ob der konservative Milliardär Silvio Berlusconi oder sein 52-jähriger Herausforderer Veltroni, bisher Bürgermeister der Hauptstadt Rom, regieren soll. Insgesamt geht es um 630 Sitze in der Abgeordnetenkammer und 315 Sitze im Senat. Den Umfragen zufolge liegt der frühere Ministerpräsident, Silvio Berlusconi, mit seinem konservativen Bündnis 'Volk der Freiheit' vorne.
Die Mitte-links-Partei PD des ehemaligen Bürgermeisters von Rom, Walter Veltroni, liegt allerdings nur knapp hinter seinem Konkurrenten. Veltroni präsentierte sich den Fotografen und TV-Kameras vor seinem Wahllokal in Rom am gestrigen Sonntag betont lässig ohne Krawatte. „Ich hoffe, es läuft gut", kommentierte der 52-Jährige die Prognosen nach langem, geduldigen Warten in der Schlange vor dem Wahllokal.
Trotz der Hoffnung auf einen Politikwechsel im Stiefelstaat ist die Wahlbeteiligung in Italien gering. Medienangaben zufolge haben bis zum Sonntagabend um 19.00 Uhr nur 48,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der letzten Wahl vor zwei Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits 52,2 Prozent. Erste Ergebnisse werden kurz nach Schließung der mehr als 61.000 Wahllokale um 15 Uhr erwartet.
Eine der Kandidatin der Demokratischen Partei von Walter Veltroni, Laura Garavini, forderte bereits vor dem amtlichen Endergebnis eine Änderungen des Wahlsystems. Ihren Worten zufolge sei es vor allem notwendig, in Italien Stabilität zu schaffen. „Dafür muss das Wahlgesetz geändert werden, um zu ermöglichen dass man zukünftig eine stabile Regierung bilden kann", meinte Garavini.