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Frankreich im Generalstreik: An der Basis kocht die Wut

29.01.2009PROTEST GEGEN DIE KONJUNKTURKRISE

Frankreich im Generalstreik: An der Basis kocht die Wut

Ein landesweiter Generalstreik hat das öffentliche Leben in Frankreich am heutigen Donnerstag faktisch zum Erliegen gebracht. Hunderttausende Menschen gingen auf die Strasse, um das angeblich halbherzige Krisenmanagement von Präsident Nicolas Sarkozy in schweren wirtschaftlichen Zeiten anzuprangern.

Sämtliche acht Gewerkschaftsverbände haben sich an der Arbeitsniederlagung beteiligt, auch die vereinigten Oppositionsparteien beteiligten sich an dem Protest. Die Losung dieses breiten gesellschaftlichen Lagers lautete denkbar einfach: Verlangt wird, dass Sarkozy mehr tut, um die Kaufkraft der Bürger zu stützen, und die aufflammende Arbeitslosigkeit stärker bekämpft. Frankreich befindet sich aktuell auf bestem Weg in die erste Rezession seit 16 Jahren, und für viele französische Arbeitnehmer nimmt die Furcht vor dem Jobverlust immer konkretere Konturen an.

Eine unmittelbar spürbare Auswirkung des Streiks war, dass rund 30 Prozent der Flüge auf den Pariser Flughafen ausfielen. Auch geriet ein Großteil des landesweiten Zugverkehrs aus den Fugen, ebenso wie die Metro in Paris. Darüber hinaus blieben viele Schulen und Behörden einfach geschlossen. Die Beschäftigten vieler Betriebe zog es ebenso auf die Strasse.

Von den Arbeitsniederlegungen betroffen waren auch die Energieerzeuger, wodurch der Menge produzierter Elekrizität eine Drosselung widerfuhr. Dem französischen Stromgiganten EDF (Electricité de France) zufolge soll es jedoch bislang nicht zu Versorgungsengpässen gekommen sein.

In über 200 Groß- und Kleinstädten kam es zu Protestkundgebungen, Umzügen und Demonstrationen. Insgesamt handelt es sich um die größte landesweite Protestaktion seit dem Amtsantritts Sarkozys im Mai 2007. Den Demoskopen zufolge stehen rund 70 Prozent der Bürger auf der Seite der Streikenden und teilen deren Motivation.

Bislang hat die Regierung von Premierminister Francois Fillon 26 Milliarden Euro bereitgestellt, um der Wirtschaftsflaute zu trotzen, und das abflauende Wachstum wiederzubeleben. Die Gewerkschaften halten das aber nicht für ausreichend und fordern lautstark einen tieferen Griff in die Staatsfinanzen, um die Binennachfrage in Schwung zu bringen.

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Jüngsten Prognosen zufolge könnte die französische Volkswirtschaft im laufenden Jahr um 1,8 Prozent schrumpfen, was den schlechtesten Wert seit Ende des Zweiten Weltkriegs ausmachen würde. Seit sieben Monaten in Folge sind darüber hinaus steigende Arbeistlosenzahlen vermeldet worden. Im Moment sind ganze zwei Millionen Franzosen außer Brot und Arbeit.

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