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08.11.2007Fall Marco W.

Dem Richter wird es alles zu viel - Rücktritt

Der dem Strafprozess im Fall Marco W. vorsitzende Richter Abdullah Yildiz hat sein Mandat niedergelegt. Nach mehrmaliger Verschiebung des Prozesses hatten Marcos Anwälte einen Befangenheitsantrag gestellt. Der 17-Jährige sitzt seit dem...

Der dem Strafprozess im Fall Marco W. vorsitzende Richter Abdullah Yildiz hat sein Mandat niedergelegt. Nach mehrmaliger Verschiebung des Prozesses hatten Marcos Anwälte einen Befangenheitsantrag gestellt. Der 17-Jährige sitzt seit dem 11. April dieses Jahres in türkischer Untersuchungshaft, weil eine 13-jährige Britin ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.

Aus juristischen Kreisen in Antalya heißt es, der Antrag des vorsitzenden Richters auf Entbindung von dem Verfahren läge dem nächsthöheren Gericht bereits vor. Das berichtet das Hamburger Magazin "Stern" in seiner Online-Ausgabe. Mit einer Entscheidung zu dem weiteren Verfahren wird in der nächsten Woche gerechnet.

Bereits Anfang Oktober hatten die Richter eine Beschwerde von Marcos Anwälten gegen die lang andauernde Untersuchungshaft abgelehnt. Zur Begründung wurden die Schwere des Tatvorwurfs sowie das minderjährige Alter des Mädchens herangezogen.

Zur Verbesserung der Haftbedingungen planen Marcos Anwälte Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg einzulegen, so Anwalt Michael Nagel. Diese sei in Arbeit und werde in der kommenden Woche eingereicht. "Unser Ziel ist es, dass das Gericht eine Empfehlung an die Türkei richtet, die Haftsituation für Marco zu ändern", sagte Nagel. Allerdings nimmt der Europäische Gerichtshof Menschenrechts-beschwerden erst nach Ausschöpfung des nationalen Rechtsweges an.

Belastend ist die momentane Haftsituation auch für Marcos Eltern. Einmal pro Woche dürfen sie den 17-Jährigen durch eine Glasscheibe sehen, einmal im Monat ist ihnen persönlicher Kontakt gewährt.   

Dem Schüler aus Uelzen wird vorgeworfen, in der Nacht vom 10. auf den 11. April gegen den Willen der 13-jährigen Charlotte sexuellen Kontakt mit ihr gehabt zu haben. Marco erklärte, dass sie sich für 15 ausgegeben habe und die gesamte Situation sich in beiderseitigem Einverständnis ereignete. (nr)

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