Am heutigen Mittwoch sind portugiesische DNA-Experten nach England gereist, um mit den dortigen Ermittlern die Testergebnisse im Fall Madeleine zu besprechen. Soviel ist allerdings bereits bekannt: Die vor einiger Zeit im Mietwagen der Familie gefundenen Spuren stammen definitiv nicht von Madeleine oder von einer Leiche. Die Eltern Gerry und Kate McCann könnten durch die gerichtsmedizinischen Befunde der Spuren schon bald von ihrem Status als Verdächtige befreit werden.
Bisher hatten die portugiesischen Ermittler sie zu den Hauptverdächtigen im Fall des Verschwindens ihrer Tochter gezählt. Allerdings erwarten sie keine "bedeutende Entwicklung" durch den Besuch der forensischen Experten, sagte der Sprecher der Familie Clarence Mitchell.
Presseberichten zufolge geht die portugiesische Polizei mittlerweile von der Annahme aus, dass Maddie von einem Einbrecher im Appartement der Ferienanlage gekidnappt und getötet worden sei. Der Einbrecher könnte nach diesem Szenario in Panik geraten sein, als Madeleine anfing zu schreien. Er habe das Kind möglicherweise erstickt, in eine Decke gewickelt und weggebracht. Dies berichtet die Lissabonner Zeitung "Público" unter der Betonung, dass es sich um eine Hypothese handele. Die Polizei hat keine Stellung zu diesen Annahmen genommen. Für den Zeitraum der Ermittlungen wurde von der Justiz eine Nachrichtensperre in dem Fall verhängt.
Allerdings würde die Version zu den Zeugenaussagen einer Freundin der McCanns passen, die in der Nacht von Maddies Verschwinden einen Mann mit einem Kind aus der Anlage hat gehen sehen. Sie hatte ausgesagt, dass das Kind auf seinem Arm in eine Decke gehüllt gewesen sei, aber an der Spitzenborte des Schlafanzugs erkannt, dass es ein Mädchen gewesen sein muss.
In Medienberichten ist bekannt geworden, dass im Vorfeld des Verschwindens der 4-Jährigen, Einbrecher tagelang die Gelegenheit gehabt haben müssen, die Gewohnheiten der Familie zu beobachten. Die McCanns haben ihre Kinder jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett gebracht, um dann mit Freunden zum Abendessen zu gehen. Für Beobachter und Einbrecher sei es also ein Leichtes gewesen, einen Moment abzupassen, in dem die Kinder alleine waren.
Clarence Mitchell, wies diese Anschuldigungen in der britischen "Daily Mail" zurück: "Ein Einbrecher hätte gar nicht die Zeit gehabt, all das zu tun, was hier berichtet wird". Alle Anzeichen würden auf eine Entführung hindeuten, so Mitchell weiter. (nr)