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14.12.2007GEMISCHTE BILANZ

Carla Del Ponte hört auf: Entkommen Mladic und Karadzic der Justiz?

Das UN-Kriegsverbrechertribunal für Jugoslawien dürfe nicht geschlossen werden, bevor die flüchtigen Hauptangeklagten gefasst seien, forderte Carla Del Ponte. Die UN-Chefanklägerin beendet nach acht Jahren ihre Dienstzeit. Trotz der vielen Erfolge zieht die Schweizerin eine frustrierte Bilanz. Die beiden Hauptangeklagten, Ratko Mladic und Radovan Karadzic, sind noch immer auf freiem Fuß.

In ihrer Abschiedsrede vor den Vereinten Nationen (UN) in New York zeigte sich Carla Del Ponte verbittert und warf den serbischen Behörden vor, die Verhaftung der beiden Hauptverdächtigen zu behindern. Ratko Mladic und Radovan Karadzic sind vom Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen Völkermords an den bosnischen Serben angeklagt.

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„Es bleibt ein schwarzer Fleck in der Arbeit des UN-Tribunals, dass zwei Individuen, die wegen Völkermordes angeklagt und für die schlimmsten Verbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich sind, immer noch auf der Flucht sind", sagte Del Ponte.

Ihre Hoffnung auf eine Verhaftung sei in den vergangenen sechs Monaten deutlich gesunken, meinte die 60-Jährige ferner. Sie drängte die Europäische Union (EU) darauf, die Verhaftung von Mladic und Karadzic zur Bedingung für eine engere Anbindung an die EU zu machen. „Ohne Druck wird Belgrad nicht aktiv", ist Del Ponte überzeugt.

Trotz ihrer Enttäuschung kann die Schweizerin eine Menge Erfolge vorweisen. Seit der Gründung des UN-Tribunals wurden 161 Kriegsverbrecher angeklagt, 91 davon während ihres Mandates. Unter anderem hat die UN-Chefanklägerin auch Serbiens Ex-Präsident Slobodan Milosevic den Prozess gemacht. Nur noch vier der großen Angeklagten befinden sich auf freiem Fuß: Radovan Karadzic, Ratko Mladic, Goran Hadzic und Stojan Župljanin.

Del Pontes Nachfolge übernimmt der Jurist und bislang Stellvertretende Ankläger in Den Haag, Serge Brammertz. Del Ponte selbst geht nach Argentinien als neue Botschafterin der Schweiz. Viel Zeit hat der Belgier allerdings nicht, die große Aufgabe zu vollenden. Alle Prozesse sollen bis Ende 2008 abgeschlossen sein. Das Tribunal zur Verfolgung von Kriegsverbrechen wird 2010 aufgelöst. Was mit Mladic oder Karadzic passiert, wenn sie erst nach der Schließung des Tribunals gefasst werden, bleibt unsicher. (dl)

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (2)
GonG108 (31.03.2009 08:53)

Das Tribunal ein Hohn?

Kann kaum glauben, dass dies tatsächlich geschehen könnte, die zwei größten und sadistischsten Massenmörder des Balkan Krieges sollen auf freim Fuß bleiben,und unter Umständen überhaupt nicht für Ihre Verbrechen bestraft werden? Das geht nicht, nicht solange auch nur ein Kroate in Haft ist wegen angeblicher Kriegsverbrechen. Es ist unfassbar das nachdem Tamtam, das veranstaltet wurde, weltweit nun einfach 2010 Feierabend sein soll. Vielleicht gibt es ja demnächst ein internationales Finanzverbrecher-Tribunal... das wär doch was, oder ?