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14.07.2008HOMEZONE-KONZEPT GEHT AUF

Handys verdrängen Festnetz: 24 Prozent der EU-Haushalte telefonieren nur noch mobil

Immer mehr europäische Haushalte telefonieren ausschließlich mit dem Handy. Europaweit verzichten 24 Prozent auf einen Festnetzanschluss und sind nur noch über ihr Mobiltelefon erreichbar. Besonders in Osteuropa scheinen die meisten Menschen das Festnetz nicht zu brauchen. In Tschechien telefonieren 64 Prozent der Haushalte nur noch mit dem Handy. Deutschland liegt mit 11 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

Knapp hinter Spitzenreiter Tschechien liegen die Finnen. In Land des Handy-Herstellers Nokia telefonieren 61 Prozent der Haushalte ausschließlich mit einem Mobiltelefon. Auf Rang drei folgt Litauen mit 53 Prozent, den vierten Platz belegt Ungarn mit 50 Prozent. Am anderen Ende der Tabelle folgt kurioserweise Finnland Nachbarstaat Schweden mit 97 Prozent Festnetzanschlüssen. Auch in Luxemburg (fünf Prozent) und den Niederlanden (neun Prozent) wollen die meisten Menschen nicht auf ihre alten Gewohnheiten verzichten.

Deutlich unter dem europäischen Gesamtdurchschnitt von 24 Prozent liegt auch Deutschland, wo nur jeder zehnte Haushalt auf den Festnetzanschluss verzichten will. Ursache für die anhaltend hohe Festnetzdichte in Deutschland ist die Verbindung der Telefonanschlüsse mit schnellen DSL-Zugängen. „Telefon- und Internetanschluss werden in der Regel preiswert im Paket angeboten", weiß der Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), August-Wilhelm Scheer. Der Preisvorteil für reine Internetangebote sei gering. Die Bitkom hatte die neuesten Zahlen auf Basis von Eurostat am Freitag in Berlin bekannt gegeben.

Der vergleichsweise hohe Anteil der Haushalte ohne Festnetzanschlüsse vor allem in Osteuroa ist laut Bitkom-Experten darin begründet, dass das Festnetz in diesen Regionen schlechter ausgebaut ist als in Westeuropa. „In osteuropäischen Ländern war die Versorgung mit Festnetzanschlüssen vor dem Fall des eisernen Vorhanges sehr schlecht. Danach kam parallel zum Festnetz auch der Mobilfunk auf", erklärt Bitkom-Sprecher Maurice Shahd. Viele hätten sich in den 1990er Jahren einfach gleich für das Handy entschieden, so Shahd.

Der Trend weg vom Festnetz lässt sich jedoch europaweit beobachten. „Das Handy läuft dem Festnetztelefon zunehmend den Rang ab. In vielen Ländern ist das Mobiltelefon heute das wichtigste Kommunikationsmittel", erläutert Scheer. Nach der aktuellen Prognose des Bitkom werden in der EU im Jahr 2008 rund 181 Millionen Handys verkauft, was einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Rund 27 Millionen davon entfallen auf Deutschland. In den Jahren zuvor war der Handy-Absatz in Europa um jeweils 3,5 Prozent gestiegen.

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Auch in Deutschland verliert das Festnetz gegenüber dem Handy zunehmend an Boden. Das Gesprächsvolumen im Festnetz sank im vergangenen Jahr gegenüber 2006 auf 169 Milliarden Minuten. Die Handy-Telefonie hingegen legte im gleichen Zeitraum um 20 Prozent auf 68 Milliarden Minuten zu. (vd)

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