Die beiden taumelnden US-Autobauer Chrysler und General Motors (GM) haben dem amerikanischen Kongress im Gegenzug für eine milliardenschwere Soforthilfe eine Fusion angeboten. "Ich wäre sehr gewillt, dies ernsthaft in Betracht zu ziehen", erklärte GM-Chef Rick Wagoner am gestrigen Donnerstag vor einem Bankenausschuss des Senats. Doch dieser ist immer noch skeptisch.
Wagoners Kollege von Chrysler, Robert Nardelli, betonte zwar, dass er eine Fusion für nicht sinnvoll halte. Aber „falls ein Zusammenschluss das Unternehmen und seine Arbeiter rette, dann würde ich es machen", erklärte Nardelli. Chrysler und GM hatten bereigts vor der Finanzkrise Gespräche über eine Fusion geführt, sie allerdings aus Kostengründen ad acta gelegt.
Die beiden Unternehmen wollen zusammen mit dem konkurrierenden Autobauer Ford den US-Kongress um eine Soforthilfe von insgesamt 34 Milliaren Dollar bitten. Bei der letzten Anhörung vor zwei Wochen waren die drei Firmenbosse noch abgeblitzt. Mittlerweile gestanden sie jedoch Fehler ein. So sei die Wagenproduktion generell zu teuer gewesen und es sei ein Fehler gewesen, nicht sofort auf energiesparende Modelle zu setzen. Wagoner und Nardelli arbeiten außerdem mittlerweile für ein symbolisches Jahressalär von einem Dollar - all dies steigert die Chancen auf die dringend benötigte Finanzspritze.
Doch der Kongress bleibt skeptisch. Viele Abgeordnete vertrauen den Konzernspitzen nicht. Arbeitnehmervertreter warnen außerdem davor, dass eine Fusion der beiden Unternehmen zum Verlust von tausenden Arbeitsplätzen führen würde. Darüber hinaus befürchtet der Kongress, dass es mit dieser einmaligen Finanzhilfe nicht getan sein könnte, und die drei Autobauer wenige Wochen später wieder die Hand aufhalten. Laut dem Moody's-Chefvolkswirt Mark Zandi benötigt die Autobranche angesichts der zu erwartenden Absatzeinbußen 75 bis 125 Milliarden Dollar - ein Vielfaches von dem, was GM, Ford und Chrysler fordern.
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Doch die Abgeordneten wissen auch, dass es keine Alternative ist, die amerikanischen Automobilunternehmen in den Ruin schlittern zu lassen. „Wir können die Branche nicht zusammenbrechen lassen", sagte der einflussreiche demokratische Senator Charles Schumer. Unter den Abgeordneten gibt es mittlerweile auch eine breite Basis, die sich für eine Finanzhilfe ausspricht. Doch über die Details gehen die Meinungen noch weit auseinander. (fr)